"USA-Today"-Gründer Neuharth gestorben

Mit dem "USA Today"-Konzept erregte Al Neuharth die Gemüter - und setzte international Standards.

Der US-Zeitungsherausgeber Al Neuharth ist am Freitag in Cocoa Beach in Florida gestorben. Er wurde 89 Jahre alt. Das teilte die von ihm gegründete Zeitung USA Today mit, wie Spiegel Online am Samstag berichtete.

Es sollte eine neuartige Tageszeitung sein, die mit schnell konsumierbaren Informationen und unterhaltsamen Texten die Aufmerksamkeit ihrer Leser fesselt. 1982 brachte Al Neuharth als Chef des Zeitungsverlags Gannett Co. USA Today auf den Markt, ein Blatt, das anders als der Großteil der US-amerikanischen Presse, überregional ausgerichtet war.

Fast-Food-Journalismus

Bei seinem Start waren dem Blatt, das bereits auf Farbdruck setzte, als Tageszeitungen in aller Regel noch schwarz-weiß waren, wenig Chancen eingeräumt worden. Kritiker verspotteten es als " McPaper", als Fast-Food-Journalismus. Nach einer schwierigen Anfangsphase, in der auch die Werbewirtschaft nur zögerlich auf USA Today reagierte, überholte das Blatt 1999 schließlich das Wall Street Journal als auflagenstärkste Tageszeitung des Landes - mit 1,75 Millionen verkauften Exemplaren. 2009 allerdings konnte die Wirtschaftszeitung den Spitzenplatz zurückerobern. Ihren Sitz hat USA Today im US-Bundesstaat Virginia.

Neuharth beschrieb sein Konzept mit den Worten: "Unsere Zielgruppe waren Leute im College-Alter, die keine Zeitung lasen. Wir boten ihnen das, was sie interessierte - Sport, Unterhaltung, Fernsehen." Damit setzte Neuharth auch international Standards. Elemente von USA Today finden sich längst in Tageszeitungen weltweit. Neuharth reagierte auf die vielen Nachahmer seines Blattes mit einem trockenen Scherz: "Erst nannte man uns ' McPaper' - und dann klaute man unsere McNuggets."

Kommentare