© APA/HERBERT NEUBAUER

Song Contest 2015
12/15/2014

"Eurovision Village" nun fix am Wiener Rathausplatz

ORF bestätigt entsprechende Gerüchte aus dem Rathaus.

Das Fandorf des Eurovision Song Contest (ESC) wird am Wiener Rathausplatz stehen. Der ORF bestätigte am Montagabend den Standort, nachdem zuvor bereits entsprechende Gerüchte aus dem Rathaus verlautet waren. Es seit die "ideale Location, um für Fans, Wienerinnen und Wiener und alle Gäste der Stadt einen lebendigen Ort der Begegnung" zu schaffen, so ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz.

Im sogenannten "Eurovision Village" wird in der Song-Contest-Finalwoche vom 17. bis zum 23. Mai ein umfangreiches Rahmenprogramm geboten, u.a. werden auch Teilnehmer des europäischen Gesangswettbewerbs in kleinerem Rahmen auftreten. Für Wiens Bürgermeister Michael Häupl (SPÖ) bildet der Rathausplatz die "perfekte 'Bühne im Herzen der Stadt", um "der Welt zu zeigen, dass in Wien sowohl Tradition als auch Moderne gelebt werden".

Wiener Rathausplatz: Vom Exerzierplatz zur Eventstätte

Einst marschierten hier Soldaten, heute ist der Wiener Rathausplatz - 1926 benannt nach dem "Neuen Rathaus" - vor allem für Events von Filmfestival bis Christkindlmarkt bekannt. 2015 wird der Platz zwischen Rathaus und Burgtheater um eine Festivität reicher: Während des Eurovision Song Contests wird er das "Eurovision Village" beherbergen, wo es u.a. Auftritte aller Teilnehmer zu sehen geben wird.

Ursprünglich diente die Fläche als Exerzier- und wenig später auch Paradeplatz des kaiserlichen Heeres. Da der Platz nicht von Wegen durchquert und nicht bepflanzt werden durfte, verwandelte er sich noch in den 1860er-Jahren bei Hitze zu einer Staubwüste und bei Regen regelmäßig in eine Sumpflandschaft. Das erschwerte vor allem die Verbindung in die Josefstädter Vorstadt, weshalb sich nach und nach die Ideen zur Auflassung und Umgestaltung mehrten.

Unter Federführung des Wiener Bürgermeister-Stellvertreters Cajetan Felder nahm man dann schließlich 1870 den Umbau in Angriff, der bereits den Bau von Reichsratsgebäude, Rathaus und Universität im heutigen Ensemble vorsah. Am 23. Mai 1872 erfolgte der Spatenstich für das Rathaus, wenig später folgten der dazugehörige Platz und Park.

Allerdings hieß der Platz zunächst noch nicht nach dem Gebäude, vielmehr verlieh man ihm 1907 den Namen von Bürgermeister Karl Lueger. Bis 1926 hieß er Dr.-Karl-Lueger-Platz, dann wurde er in Rathausplatz umgetauft. Eine weitere Zäsur folgte 1938, als der Freiraum an der Ringstraße zum Adolf-Hitler-Platz wurde. 1945 erhielt er seinen ursprünglichen Namen zurück.

Heute beherbergt der Rathausplatz im Laufe eines Jahres viele wiederkehrende Events. Im Winter kann man hier nicht nur mit rund drei Millionen anderen Besuchern am Christkindlmarkt Punschtrinken, sondern wenig später am Wiener Eistraum (jährlich etwa 650.000 Besucher) auch seine Runden am Eis ziehen. Im Frühling machen hier unter anderem das Steiermark-Dorf, die Festwochen-Eröffnung und der Life Ball Station, im Frühsommer quartiert sich der Wiener Kirtag ein.

Sommer ist ohnehin Hochsaison am Rathausplatz, wenn sich zum Filmfestival Musik- und Gastrobegeisterte einfinden - rund 700.000 Menschen nutzen dieses Angebot jährlich. Selten ist der große Platz unverbaut zu sehen, finden sich doch auch Zirkusse und eintägige Events wie das Wiener Sicherheitsfest oder das Argus Bike Festival hier regelmäßig ein. Auch in Sachen Massenauflauf ist der Rathausplatz durchaus schon geeicht: Während der Europameisterschaft 2008 in Österreich und der Schweiz befand sich hier eine der großen offiziellen Fanzonen.

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