ORF-Manager Reinhard Scolik wird erster Medienlegionär im öffentlich-rechtlichen Bereich

© Thomas Ramstorfer/ORF

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12/03/2015

Scolik als Fernsehdirektor des BR bestellt

Der ORF-Manager wurde für fünf Jahre vom Rundfunkrat bestellt.

Der langjährige ORF-Manager Reinhard Scolik (57) wird ab März 2016 Fernsehdirektor beim Bayerischen Rundfunk (BR). Scolik wurde am Donnerstag vom Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders gewählt und für eine Funktionsperiode von fünf Jahren bestellt.

"Meine Leidenschaft ist der öffentlich-rechtliche Rundfunk. Ich bin überzeugt von seiner Unverzichtbarkeit gerade in Zeiten zunehmender Medienkonvergenz", meinte Scolik nach seiner Wahl. "Der Bayerische Rundfunk hat sich stets als große und wichtige Kulturunternehmung verstanden. Er stellt Bayern in seiner reichen kulturellen und regionalen Vielfalt dar und hat dabei auch das weitere Umfeld im Blickfeld. Dazu kommt ARD-alpha mit seinen unverzichtbaren Bildungs- und Wissenschaftsangeboten. Gerade in einem zusammenwachsenden Europa ist es wichtig, dem Land, seinen Menschen und ihren Leistungen in den elektronischen Medien eine umfassende Präsenz zu geben. Diese Stärken des BR möchte ich weiter ausbauen und über alle Medien zu unserem Publikum bringen", so Scolik.

Kulturkompetenz

Der ORF-Manager war der Wunschkandidat des Bayerischen Rundfunks und wurde wegen seiner Kulturkompetenz und langjährigen auch internationalen Programmerfahrung von Intendant Ulrich Wilhelm für den Posten vorgeschlagen. "Ich freue mich, dass wir mit Reinhard Scolik einen so qualifizierten Programmverantwortlichen für den BR gewinnen konnten", sagte Wilhelm am Donnerstag. "Seine ausgeprägte Kulturkompetenz im Bereich Film, Bildung, Unterhaltung, Theater und Literatur, gepaart mit einem klaren öffentlich-rechtlichen Profil und langjähriger, auch internationaler Programmerfahrung im Bereich Hörfunk und Fernsehen, machen ihn zu einer idealen Besetzung für den BR-Fernsehdirektor."

Management-Funktionen

Auch Scoliks Managementerfahrung dürfte bei der Entscheidung gezählt haben. Der Bayerische Rundfunk ist nämlich gerade dabei, Fernsehen, Hörfunk und Internet zusammenzuführen und seine Strukturen trimedial auszurichten. "Mit Blick auf den raschen digitalen Wandel stehen wir vor der Herausforderung, Qualität und Profil unserer Fernsehangebote weiter zu stärken und den veränderten Nutzungsgewohnheiten Rechnung zu tragen. Hier sind beherzte Programmentscheidungen, Mut zu neuen crossmedialen Formaten und Inhalten sowie Managementqualitäten gefragt - all diese Voraussetzungen bringt Scolik mit", so BR-Intendant Wilhelm.

Scolik war von 2002 bis 2006 unter ORF-Generaldirektorin Monika Lindner ORF-Programmdirektor. Davor war er von 1994 bis 2002 Intendant im ORF-Landesstudio Wien. Zuletzt war Scolik in der ORF-Generaldirektion Leiter der Strategischen Programmplanung und Administration sowie ORF-Koordinator für 3sat und ARTE.

Der neue Fernsehdirektor des Bayerischen Rundfunks wird sein Amt im März 2016 antreten. Mit seiner Wahl zum BR-Fernsehdirektor ist Scolik der erste ORF-Mitarbeiter, der in eine gehobene Managerfunktion bei einem deutschen öffentlich-rechtlichen Sender wechselt. Der frühere legendäre ORF-Generalintendant Gerd Bacher war 1975 in letzter Minute als ZDF-Programmdirektor verhindert, weil der damalige SPÖ-Kanzler Bruno Kreisky bei seinem deutschen Parteifreund Willy Brandt gegen das Engagement des "Tigers" interveniert hatte. Andere ORF-Manager und österreichische Medienlegionäre wie Helmut Thoma, Gerhard Zeiler oder Andreas Rudas machten in Deutschland bei Privatsendern Karriere.

Personalagenden offen

Mit dem Abgang Scoliks wird im ORF der Posten des "Chefadministrators" vakant, zu dem etliche wichtige Personalagenden gehören. Zuletzt waren im ORF bereits Spekulationen laut geworden, dass die Funktion Teil des Personalpakets bei der ORF-Wahl im kommenden Sommer werden könnte. Unterstützt die ÖVP den von der SPÖ favorisierten amtierenden ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz, könnte der von der Volkspartei forcierte Finanzdirektor Richard Grasl im Gegenzug zusätzliche Kompetenzen erhalten, hieß es. 2011 bekam Grasl zur Kaufmännischen Direktion auch die Verantwortung über die Programmwirtschaft und damit das Fernsehbudget.

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