Wirtschaft atmedia
09/27/2011

Qualität zwischen Traum und Wirklichkeit

atJe kleiner die Auflage desto höher die Qualität. Qualität kann Masse bewegen. In hoher Auflage und großer Reichweite kann auch Qualität stecken. "Wieso können die Schweiz und Deutschland Qualitätsmedien?", fragt Falter-Mitbegründer und -Chefredakteur Armin Thurnher in das die Medientage-Panel, das sich im Anschluß an Hombachs Plädoyer weiter mit Qualitätsjournalismus und der dafür notwendigen Ökonomie auseinandersetzte.

Medienqualität und Qualitätsmedien

"Und Österreich nicht?", stellt Thurnher unausgesprochen in den Raum. Nach den obligaten und gepflegten Animositäten zwischen Heute-Herausgeberin Eva Dichand und Oliver Voigt, dem Geschäftsführer der Mediengruppe Österreich obsiegte die Ernsthaftigkeit um die Eng- und Weitmaschigkeit, die zwangsläufig einer Medienqualitäts- und Qualitätsmedien-Debatte anhaftet, durchzudeklinieren.

Dichand, Voigt, Thurnher, Verlagsgruppe News-Geschäftsführer Axle Bogocz, Servus TV-Programmacher Wolfgang Pütz und Stern-Mann Thomas Osterkorn nehmen jeder für sich in Anspruch für und hinter Qualitätsmedien zu stehen.

Qualitätsförderer, Qualitätsverhinderer

Da auf diesem Niveau kaum Einigung und Konsens herrschen kann, werden Qualitätsindikatoren und -faktoren bemüht. Oft führen Umwege ans Ziel oder doch vom Ziel weg. Was sagt Auflage und Reichweite über Qualität aus? Sind digitale Medien Qualitätsförderer oder -verhinderer? Und sind Lesern im allgemeinen und jungen Lesern im speziellen Qualität egal, Hauptsache sie bekommen Information schnell und billig?

Es gibt kein Rezept. Jeder Koch kocht sein eigenes Qualitätssüppchen und verteidigt dies, um sich im, im übertragenen Sinne, Gault Millau oder Guide Michelin die meisten Hauben aufsetzen zu können oder mit Sternen zu krönen.

Irgendwann ist die Runde, im Grunde ist sie das permanent, beim Geld. Nur mit verkaufter Auflage, verkauften Apps, Werbezeiten-Absatz und Werbefläche-Umsatz ist Qualität zu generieren. Denn damit muss man Qualitätsjournalismus kaufen.

Qualität macht man und ist Teil des Selbstbewußtsein aller auf dem Podium sitzenden Medienmanagern. Sie wissen auch welche Medien als Beispiele für Qualitätsmedien gelten und zeigen dort hin und reden darüber. Über die Qualitätsmerkmale der eigenen Medien spricht es sich dagegen schwer. Thurnher versuchts und handelt sich damit Widerspruch ein.

Dichand, Voigt, Bogocz, Pütz und Osterkorn lassen es bleiben, vermeiden Angriffsfläche. Qualität ist etwas Harmloses, scheint es.

Im Saal ist Qualität eine graue Maus, die sich im Markt und im Alltag in ein scharfes Schwert verwandelt. Wettbewerbsentscheidendem Charakter wie dies in Hombachs Rede zu hören war, scheint Qualität dann doch nicht zu haben.

Darum kann die Schweiz und Deutschland Qualität mag man sich dann unwillkürlich Thurnhers Eingangsfrage selbst beantworten.

atmedia.at

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