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Strukturwechsel
09/13/2014

Ö1-Leitung dürfte neu ausgeschrieben werden

Vor einer Neuausschreibung soll die Führungsstruktur des Radio-Flaggschiffs geändert werden.

Die Suche nach einer neuen Leitung für das ORF-Radio Ö1 könnte sich noch etwas hinziehen. Wie der Standard in seiner Wochenendausgabe berichtet, dürfte ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz den Posten neu ausschreiben. Zuvor soll die Führungsstruktur des Senders geändert werden. Seitens des ORF gab es dazu auf APA-Nachfrage keine Stellungnahme.

Seit 1. März ist die Stelle an der Spitze von Ö1 vakant. Als Nachfolger von Bettina Roither hatte ORF-Radiodirektor Karl Amon nach einem Hearing Ö1-Feature- und Literaturchef Peter Klein vorgeschlagen, den er erst jüngst in einer Pressekonferenz als "mein Ö1-Chef" bezeichnet hat.

Redakteursrat und Ö1-Redakteure hatten sich wiederum mehrheitlich für Administrationschefin Ulrike Wüstenhagen ausgesprochen. Das war im Frühjahr. Seitdem lag die Causa bei Wrabetz, der stets betonte, eine Entscheidung treffen zu wollen, die "breiter mitgetragen wird".

Gegenüber atmedia.at sagte Wrabetz bereits im August: "Es haben sich mehre Persönlichkeiten beworben, für die unterschiedliche auch konzeptionelle Überlegungen sprechen und unterschiedliche Hearing-Ergebnisse in Betracht zu ziehen sind. Und für diese Entscheidung nehme ich mir bewusst mehr Zeit. Mit der Personalbestellung muss auch die Frage beantwortet werden, wie die strukturelle Weiterentwicklung des Erfolgssenders Ö1 aussieht."

Struktur-Umbau

In dem Interview, erklärte der ORF-Chef, dass Ö1 wie Ö3 und FM4 nach dem Prinzip des Channel-Managements organisiert werden soll, "mit einem starken Sender-Verantwortlichen an der Spitze. Die jetzt ausgeschrieben gewesene Position ist hingegen die eines Koordinators, der in der Vergangenheit durch die starke Persönlichkeit des Alfred Treiber und seine Doppelfunktion als Radiokulturchef de facto ein Channel-Manager war."

Amon hatte zuletzt Anfang des Monats ein Channel-Management für Ö1 als Leitungsstruktur in Aussicht gestellt. Die Vorgehensweise, diesen "höchst strittigen Umbau" öffentlich anzukündigen, kritisierte ORF-Zentralbetriebsratsobmann Gerhard Moser, der neuerlich darauf hinwies, dass aktuell ein Ö1-Koordinator bzw. eine -Koordinatorin gesucht wird. Nun könnte zunächst der Strukturwechsel erfolgen, um danach eine entsprechend adaptierte Ausschreibung für die Senderleitung inklusive Budgetkompetenzen vorzunehmen.

"Dafür ist eine gewisse Sensibilität und Zeit notwendig. Für die Hörfunk-Information würde sich übrigens durch eine Ö1-Struktur-Reform nichts ändern. Die beliefert schon jetzt alle ORF-Radios und das funktioniert sehr gut," so Wrabetz im atmedia-Interview.

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