Wirtschaft atmedia
09/29/2011

ODA 11 - Zeilers Fernseh-Zukunft

at"Das alte lineare Fernsehen wird es in Zukunft auch noch geben. Die alten Strukturen werden fortbestehen. Zu ihnen gesellen sich neue TV-Nutzungsformen, die sich aus völligen Unabhängigkeit des Konsumenten nähren", skizziert Hans-Holger Albrecht von der Modern Times Group die Zukunft vor unserer "Glotze".

Fernsehen bleibt Leitmedium

Albrecht entwirft mit RTL Group-CEO Gerhard Zeiler in einer Art Doppelconference die greifbare TV-Zukunft.

"Fernsehen ist nach wie vor das Leitmedium, daran wird sich nichts ändern", fügt Zeiler hinzu und schließt sich Albrecht an. Non-Lineares-Fernsehen wie es sich sukzessive entwickelt, kannibalisiert das lineare Fernsehen derzeit nicht, betont Zeiler. "Was sich allerdings in den letzten Jahren geändert hat und noch weiter ändern wird, ist die technische Qualität des Fernsehen. Die TV-Schirme sind besser und mobil geworden", macht der RTL Group-CEO aufmerksam.

Keine Vision sondern Fakt ist, dass das Fernsehen den Konsumenten auf alle Plattformen folgen wird und muss. Daraus wird sich wiederum eine gemeinsame werbevermartungs- und -planungsrelevant Messgrösse für Screen-Medien entwickeln.

Kein Content für GoogleAppleFacebook

Albrecht: "Die Eintrittsbarrieren in den TV-Markt sind gesunken. Apple, Facebook und Google drängen in den Markt. Der Wettbewerbsdruck steigt unaufhörlich. Das macht Markenkraft und -stärke zu einem zentralen Pfeiler für TV-Stationen." Weiters spielt, wie Zeiler ergänzt, die Dichte der Distributionsmöglichkeiten von Inhalten und die Plattform-Neutralität eine Rolle.

Die wichtigste Waffe gegen neue Wettbewerber sind die Inhalte. TV-Sender verfügen über den Stoff, den Apple, Facebook und Google brauchen können. "Vor allem regionaler und lokaler Content", spezifiziert Albrecht. Den kriegen sie von uns nicht, stellt Zeiler klipp und klar.

Erstausstrahlung kultivieren

YouTube hat, gibt Zeiler zu verstehen, nach dem Versuch einer Marktanteilsmessung in Deutschland, am deutschen Bewegtbild-Markt einen Anteil "von 0,03 Prozent". Ein Grund: die Verweildauer ist zu kurz. Junge Menschen nutzen YouTube viel aber nicht in der Intensität, die Non-Lineares-Fernsehen zu einem ernsthaften Problem für Lineares-Fernsehen macht. Zeiler: "Den derzeit höchsten Anteil Non-Linearen-Fernsehens hat Großbritannien mit etwa acht Prozent. Ich schätze, dass dieser Anteil möglicherweise auf bis zu 35 Prozent steigen kann."

"Wir sind als Programm-Anbieter erste Wahl wenn wir die Erstausstrahlung kultivieren", sagt Zeiler. Probleme mit den neuen TV-Anbietern werden jene bekommen, die in der Zweit-, Dritt- oder Vierausstrahlung agieren und Inhalte wiederholen.

Albrecht und Zeiler schließen mit drei zentralen Punkten für TV-Stationen: Internet-Neutralität, Kampf gegen die Rechte-Piraterie und Vorhandensein von Distributionswegen.

Beide sprechen sich auch gegen die zuvor von ORF-Onlinedirektor Thomas Prantner angekündigte Werbevermarktung der TVthek aus. "Das gibt es in ganz Europa nicht", lehnen sie Prantners Ansinnen dezidiert ab.
atmedia.at

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