Maurizio Berlini, Geschäftsführer AdLink Media Austria und Goldbach Media (c: goldbach media)
Wirtschaft atmedia
09/26/2012

Mobile ist ein Marketingtool

ömt 12"Klassischen Content braucht man auf mobilen Endgeräten nicht mehr. Sie sind hervorragende Marketingtools. Aber das klassische Verleger- und Medien-Geschäftsmodell - Inhalt eingebettet in Werbung oder umgekehrt - bietet schlechte Monetarisierungschancen." Zu dieser Schlußfolgerung ist Joachim Feher, CEO von MediaCom Austria, gekommen. Wobei es ihm und das erklärte er nicht explizit im Panel Mehraufwand oder intelligente Diversifizierung? Media goes Mobile der 19. Österreichischen Medientage hierbei auch um die Grösse der mobilen Screens geht.

Feher war nicht der erste Sprecher in dem Kreis. Er bot jedoch einen Anhaltspunkt wo Mobile aus der Sicht der Mediaplanung in Österreich steht. Und weshalb mobile Werbe-Investments gerade an oder unter der Wahrnehmungsgrenze ihre Dasein fristen. Obwohl der österreichische Mobile-Markt angesichts des hohen Penetrationsgrades mit Endgeräten höchste technische Reichweiten böte und früher ganz gerne von den heimischen Mobilfunker als Test- und Mustermarkt in höchsten Tönen besungen wurde.

Den Mobile-Medien- und -Marketing-Alltag fasste Sabine Harnach von der Kronen Zeitung in einem Satz zusammen: "Wir werden und müssen die Augen offen halten." In der Muthgasse zählt auf jeden Fall noch die alte Medien-Ordnung. Print führt und gewinnt. Die meisten Werbegelder sind in den klassischen Medien platziert, argumentiert Harnach, und neue Medien sind quasi das Sahnehäubchen der Mediennutzung durch Konsumenten, die diesen Medienkonsum vorrangig aus Freizeit-Budgets speisen.

Alexander Koppel bekannte sich zum "Crossmedia-Publishing Print". Der CCO von Red Bull Media House, der ja von Hutchison 3G Austria und UPC eine mobile und digitale Vergangenheit in den Medienkonzern mitbringt, propagierte Servus in Stadt & Land sowie das, vergangenen Montag gelauncht Line Extension-Projekt der Magazin-Marke Servus Kind und klarerweise Terra Mater. Diese Medien sind, wie Koppel argumentiert, der klare Beweis dafür, dass relevante und leidenschaftlich gemachte Printprodukte, die konsumenten-zentriert sind, Platz im dichtesten Medienmarkt haben. Mobile war für Koppel kein Thema. Und auch der, die Diskussion führende Knut Föckler sprach Koppel in der 90minütigen Vorstellungsrunde nicht auf das Thema an.

Ganz anders dagegen die Positionen von Christoph Schuh und Oliver von Wersch. Der Vorstand der Tomorrow Focus AG Schuh und der Leiter der Unit Mobile des Vermarkters G+J EMS Wersch sind dagegen voll auf der mobilen Welle.

Schuh der als Keynote-Sprecher das Panel eröffnete, ist überzeugt das nur Mobile first! für Medien-Unternehmen künftig zählt, da die Mediennutzung klar und eindeutig in diese Richtung konvergiert. Das stationäre Internet wird seiner Ansicht nach zum "Abfallprodukt" in der digitalen Hackordnung. Aus diesem Ansatz heraus sollten sich beispielsweise Verleger nach inhaltlichen Gesichtspunkten, Content-Ebenen und Medien-Marken unternehmensintern strukturieren. "Inhaltsfokussierte Organisation" nennt Schuh dies.

Wie in Österreich so ist auch Deutschland weit davon entfernt, dass die derzeitige mobile Gesamtreichweite bereits ein akzeptables Monetarisierungsniveau erreicht. Er liefert ein TKP-Beispiel aus den USA, die das Dilemma beschreibt: "Im stationären Web beläuft sich der Tausender-Kontakt-Preis bei 3,50 US-Dollar während er im mobilen Web bei 0,75 Dollar liegt."

Mobile monetarisiert also nicht. Paid Content ist kein Heilmittel und wird auch kein Selbstläufer warnt Schuh. "Mobile wird derzeit zum größten Teil über M-Commerce refinanziert. Die weitaus kleineren Monetarisierungsanteile kommen über Mobile Advertising, In-App-Sales und von Paid App", skizziert der Tomorrow Focus-Vorstand. Dazu kommen noch zwei weitere Schwierigkeiten. In den App-Stores verlieren bespielsweise Medien-Anbieter Marge, da bis zu 30 Prozent der dort lukrierten Umsätze an die jeweiligen Store-Betreiber abzugeben sind. Und, macht Schuh aufmerksam, "wir kennen auch die Kunden der Stores nicht. Dieser Zugang zu den Konsumenten ist durch die Store-Betreiber verstellt."

Samsung will Impulse und Ideen zur Monetarisierung liefern, bekennt sich Gerald Reitmayr zur Rolle des Hardware-Anbieters im Mobile-Markt. Der Leiter des Consumer Electronics-Bereichs von Samsung Alps erklärt dezidiert, dass Samsung in der Regel nicht als Medien-Unternehmen auftreten will und wird. Die Ausnahme dieser Regel bezeichnete Reitmayr als "Notfall". Denn nur dann und vorausgesetzt es wäre eine kritische Grösse vorhanden, würde Samsung auch den Schritt ins Mediengeschäft machen, um seine Produktpalette mit Inhalten zu versorgen. Denn, so Reitmayr weiter, "Produkte ohne Inhalt sind tote Produkte".

atmedia.at

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