Wirtschaft atmedia
01/22/2009

Lustiges Qualitätsmedienerahnen

at // Ein spannendes Thema birgt die Frage "Wer braucht Qualitätsmedien?" grundsätzlich schon. Klaus Stimeder, Herausgeber von Datum, hat sich, um die 50. Ausgabe des Magazins zu zelebrieren, Experten zur Klärung dieser Frage eingeladen. Die Rollen waren klar verteilt. Verlagsgruppe News-Chef Oliver Voigt durfte den "Bad Guy" mimen. Sybille Hamann, Kolumnistin der Presse und Autorin des Falter und Stimeder sonnten sich auf der hellen Seite der Medienmacht. Hannes Haas, Vorstand des Institut für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, objektivierte die Gegensätzlichkeiten. Qualität in Medien ist eine "abhängige Variable" lieferte Haas eine Definition oder behalf sich mit einer ander Definition von

org/wiki/Stephan_Russ-Mohl">Stephan Ruß-Mohl: "Qualität im Journalismus fassbar zu machen, gleicht dem Versuch einen Pudding an die Wand zu nageln."

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Kreislauf ohne Ausweg

Als, wie er sagte, Reisepass-Deutscher diagnostiziert Voigt die Qualitätsfrage als "doch ein wenig ein österreichisches Phänomen" bevor er sich mit Fragen, die die Durchlässigkeit der Grenzen zwischen Redaktion und Verkauf bei den 15 Magazin-Titel der Verlagsgruppe News betrifft, auseinandersetzen durfte. Stimeder und Hamann versuchten zu klären wie der korrumpierenden ergo qualitätsmindernden Geschenkannahmen in Redaktionen vorzubeugen sei. Der Datum-Herausgeber verwies auf den "Code of Ethics" der "New York Times" mit dem Effekt, dass Datum-Mitarbeiter Geschenke bis zu einem Wert von 25 Euro annehmen dürfen und die diesbezüglichen Regelungen in den "Redaktionellen Richtlinien" der Zeitschrift nachzulesen seien. Voigt hält wenig von übertriebenen Regelungen und Verboten. "Ich vertraue darauf, dass Journalisten das Richtige machen und Freiheit brauchen", sagte Voigt. Stimeder und Hamann zeigten es nicht, schienen jedoch beunruhigt zu sein. Aus dem Häuschen war der Datum-Herausgeber als er die von ihm "Fellnerismus" genannte Praxis zur Sprache brachte. "80 Prozent der Marketingmanager erwarten sich, dass ihre Buchungen mit Mehrwert in Form von redaktionellem Content aufgebessert werden. Die erwarten das. Bei Datum gibt es das nicht", war Stimeder fast außer sich. Professor Haas brachte wieder Ruhe in die Debatte und erklärte, dass die Nachfrage nach Qualitätsmedien in Österreich bei maximal 10 Prozent der Menschen liege. Hamann liefert unabsichtlich bereits zu Beginn der Diskussion den Schlußsatz der Debatte: "Die Qualitätsdiskussion in Österreich dreht sich im Kreis."
Welche Auswirkungen beispielweise die veränderte Mediennutzung aufgrund der zunehmenden Vervielfältigung von Medienangeboten und die daraus resultierenden ökonomischen Veränderungen für die Qualität haben, kam überhaupt nicht zur Sprache. Auch nicht die Eigenverantwortung von Journalisten.
Gestern Abend wurde jedenfalls versucht Pudding an die Wand zu nageln.

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