Verurteilung Nr. 49 der Krone: Erstmals überhaupt rügte Presserat wegen Tweet

© APA/GEORG HOCHMUTH

Presserat
11/30/2015

Krone verunglimpfte Flüchtlinge als mögliche Terroristen

Verstoß gegen den Ehrenkodex

Wiederholungsgefahr: Die Kronen Zeitung wurde zum wiederholten Mal vom Österreichischen Presserat verurteilt. Grund ist die Flüchtlingsberichterstattung der Tageszeitung. Laut Presserat wurden in einem Krone-Artikel aus dem Juli („Der IS auf dem Weg zu uns“) Flüchtlinge pauschal als Terroristen verunglimpft.
In dem Artikel wurde unter Berufung auf „Geheimdienste und Polit-Größen“ sowie einen „Insider der heimischen politischen Gemeinde“ berichtet, dass der IS Anschläge in Europa plane und gezielt Leute nach Europa schicke, um islamistische Netzwerke zu fördern, Jugendliche in Moscheen zu ködern und Schläfer-Zellen zu aktivieren.
Dazu wurden noch Fotos von Flüchtlingen in einem Zeltlager sowie einem Schlauchboot abgedruckt. Durch den Artikel und die Abbildungen würden Flüchtlinge als potenzielle Terroristen diffamiert und verunglimpft, so der Presserat.

Die Krone suggeriere, dass jeder, der sich als Flüchtling ausgebe, eigentlich auch ein Terrorist sein könnte, und dass man sich bei keinem sicher sein könne, da keiner von selbst zugeben werde oder es „auf dem Kopf stehen“ habe, dass er ein Terrorist sei.

Ehrenkodex

Diese Art der der Berichterstattung geht nach Ansicht des Presserats weit über eine Berichterstattung hinaus, dass Terroristen versuchen könnten, auf diese Weise nach Europa zu gelangen. Die Kronen Zeitung habe in dem Bericht gegen die im Ehrenkodex festgehaltenen Punkte Persönlichkeitsverletzung, Diskriminierung und Pauschalverunglimpfung verstoßen, rügte der Presserat das weit verbreitete Kleinformat.

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