Jugend Trend-Monitor - Idole - DocLX - Marketagent.com
Wirtschaft atmedia
09/23/2011

Konservative Kinder

atFrüh entwickeltes Verantwortungsbewußtsein, traditionelle Werte, Sicherheit durch Familie, Heirat, Kinder und Karriere. Nicht unbedingt der Stoff aus dem Revolutionäre gestrickt sind. Der innere Zusammenhalt österreichischer Jugendlicher trägt die Prädikate brav und bieder. Dass Dietrich Mateschitz, Falco und Arnold Schwarzenegger Vorbilder für österreichische 14- bis 29-Jährige sind, wie der soeben vorgelegt erste Berichtsband des Jugend Trend-Monitor 2011 ausweist, mutet etwas seltsam an.

Höhersemestrige, sicherheitsvermittelnde Idole

Drei Männer, zwei, die nicht mehr die Jüngsten sind. Einer, der durch einen jüngst publik gewordenen Seitensprung eine intakte Familie in eine Patchwork-Organisation verwandelte. Und ein Toter. Von Digital Natives könnte man sich schon mehr Geschmack und Stilsicherheit bei der Idole-Wahl erwarten!

Zurück zum Jugend Trend-Monitor. Zu verdanken haben wir diesen dem Event-Zampano DocLX und dem Marktforscher Marketagent.com.

Seppi Jekyll und Anna Hyde

6.000 Jugendliche und junge Erwachsene standen Rede und Antwort. Und sie liefern folgendes Bild:

95 Prozent nennen Freiheit, Selbständigkeit und die Möglichkeit mit Freunden Zeit zu verbringen als "in". "Trendig" werden persönliche Weiterentwicklung, Karriere, beruflicher Erfolg und Verantwortung klassifiziert. Das wird von mehr als 90 Prozent der Zielgruppe so empfunden. "Cool" ist es für 85 Prozent, die Zeit mit der Familie zu verbringen.

Das passt so gar nicht in das unlängst in der Öffentlichkeit breitgetretene Bild der kiffenden, sich in komatöse Zustände saufende, von Rauschmittel sedierte Burschen und Mädels. Oder doch? Der Jugend Trend-Monitor weist aus, dass 56 Prozent Alkohol als "in" erachten. Beleg dafür sind Jugendliche, die zu Festivals Paletten von Bierdosen auf Festivals schleppen und mitunter das größte Gepäcksstück in ihrer Festival-Ausrüstung vor Gummistiefel und Schlafsäcken ausmachen. Allerdings ist auch klar, dass der Hang zum Alkohol unter Jungs aufgrund denkbarer Defizite im Selbst- und Rollenbild größer als bei Mädels ist. Dafür reduziert sich die Rauch-Lust. Tschick finden nur 24 Prozent "trendig". Hier wird wohl die Preisspirale auch eine Rolle spielen, soll das Taschengeld nicht von Zigaretten und Smartphone-Tarifen aufgefressen werden.

Leiden für die Karriere

54 Prozent der Berufstätigen erklären bereits ihre Traumjob gefunden zu haben. Jene, die eine Lehre angetreten haben und vor deren Abschluß stehen, sind jedoch lange nicht so zufrieden wie die 25- bis 29-Jährigen, die als Fachhochschul- und Universitätsabgänger mit konkreteren und nicht mehr so stark von Eltern dominierten Berufswegen ein höhere Zufriedenheitsniveau aufweisen.

Die in Österreich niederschwellig vorhandene latente Unsicherheit am Arbeitsmarkt und der durch die Konsumgesellschaft stimulierte Karriere-Zwang schlägt sich in Bekenntnissen zu hohem beruflichen Engagement und zur Bereitschaft Beschränkungen zu akzeptieren nieder. 92 Prozent sind bereit für ihren Traumjob Überstunden zu machen und 70 Prozent würden Wochenend-Freizeit opfern. Ein Wohnort-Wechsel kommt für 68 Prozent und für 55 Prozent auch die Arbeitsmigration in ein anderes Land infrage. Ein geringeres Einkommen akzeptieren nur 46 Prozent.

Freizeit mit vielen Fs

Das Freizeit-Verhalten ist von vier F - Freunde (persönlich), Friends (in Social Networks), Filme, Fernsehen - und Musik geprägt. Zwei Drittel der 14- bis 29-Jährigen vertreiben sich damit ihre Freizeit. 37 Prozent treibt Sport. 19 Prozent spielen Computer-Games.

Kein Interesse haben die jungen Menschen an freiwilligen Engagements in Vereinen, den Besuch von sogenannten Jugendtreffs und an Kunst.

Das wichtigste Medium der Jugendlichen ist das Internet und das wichtigste Endgerät das Mobiltelefon und Smartphone. Im Schnitt beträgt die tägliche Internet-Nutzung 100, die TV-Nutzung 80, der Musik-Konsum 60 und die Handy-Nutzungszeit bei 50 Minuten.

In der Internet-Nutzung dominieren E-Mail-Kommunikation, Social Network-Interaktion und Informationssuche. Dahinter folgt der Musik- und Video-Konsum. Facebook und YouTube sind die ersten Adressen dafür. Die Facebook-Adresse ersetzt sukzessive den E-Mail-Account. Twitter spielt eine untergeordnete Rolle in dieser Altersgruppe. Der Microblogging-Dienst ist, das zeigen anderen internationale Studien, einfach älter und wird dies auch bleiben.

Bücher, Zeitungen und Magazine spielen unter den 14- bis 29-Jährigen eine untergeordnete Rolle. Ein Internet ohne Facebook wäre für sie kein Web. Berufliche Absichten mit Facebook sind wenige verknüpft. Das Network komplettiert das Management von persönlichen Freundschaften.

DocLX und Marketagent.com planen, pro Jahr, zwei Berichtsbände des Jugend-Trend-Monitors herauszugeben.


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