Beim Spiegel tobt seit Monaten ein Machtkampf zwischen Printredaktion und Chefredakteur Wolfgang Büchner.

© APA/EPA/MARCUS BRANDT

Machtkampf
09/29/2014

Kolportierte Schonfrist für Spiegel-Chefredakteur

Wolfgang Büchner bleibt (vorerst) - Gegen den Willen der mächtigen Mitarbeiter KG

Nach wie vor keine Entscheidung im Machtkampf um den deutschen Spiegel. Bei der Gesellschaftersitzung am vergangenen Freitag, in der die mächtige Mitarbeiter KG den Kopf von Chefredakteur Wolfgang Büchner forderte, ist ohne eine Ablöse zu Ende gegangen. Kolportiert wurde eine Schonfrist für Büchner, der sich mit seinem ambitionierten Programm für die Modernisierung des Spiegel Feinde unter den einflussreichen Printredakteuren gemacht hatte. Die Redakteure halten gemeinsam in der Mitarbeiter KG 50,5 Prozent an dem Heft.

Der aktuelle Stand des Krieges, der seit dem Amtsantritt Büchners vor einem Jahr erbittert geführt wird: Miteigentümer Gruner + Jahr hält an Büchner fest - zumindest, bis ein Nachfolger für Büchner gefunden ist, schreibt turi2.de. Hartnäckig fällt weiterhin der Name von Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo als möglicher Nachfolger. Büchner will nun mit einem veränderten Konzept für die Modernisierung desSpiegel aufwarten. Beobachtern zufolge sind seine Tage an der Spitze des Magazins aber gezählt.

Machtkampf seit 2013

Büchner hatte seinen Job erst im September 2013 angetreten und gleich in den ersten Tagen die alteingesessene Magazinmannschaft gegen sich aufgebracht. Er holte Nikolaus Blome von der Bild-Zeitung in die Chefredaktion. Seither versucht Büchner, der zuvor die deutsche Nachrichtenagentur dpa erfolgreich für das Internetzeitalter fit gemacht hatte, eine digitale Strategie für den Spiegel umzusetzen - bisher erfolglos.

Die Besonderheit im Spiegel ist die große Macht, die den eigenen Redakteuren aus der Printausgabe zukommt. Sie sind über die Mitarbeiter-KG am Heft beteiligt und können so Druck auf die Führung ausüben.

Personalentscheidungen nehmen die Gesellschafter des Spiegel vor: Das sind zu 50,5 Prozent die Mitarbeiter. Sie geben zwar den Ton an, müssen sich aber mit den Minderheitseignern, dem Verlag Gruner + Jahr und den Erben des Gründers Rudolf Augstein einigen. Grotesk: Gruner + Jahr, Europas größtes Verlagshaus, ist Herausgeber des Stern

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