Katholischer Erzbischof und Sohn Israels
Das Biopic "Der Jüdische Kardinal" (Arte, 22.35 Uhr) erzählt die Lebensgeschichte des Franzosen Aaron Jean-Marie Lustiger (1936–2007), eines Juden, der gegen den Willen seiner Eltern während der Besatzungszeit zum Katholizismus konvertierte. Er wurde zum Erzbischof von Paris und später zu einem der wichtigsten Berater um Papst Johannes Paul II. Lustiger betonte aber sein Leben lang, dass er trotz der Konversion stets ein Sohn Israels geblieben sei. Als Kardinal gehörte Lustiger zu den entschiedenen Reformatoren der Kirche in Frankreich, kämpfte gegen Rechtsextremismus und Dogmatismus.
Ihm zu verdanken sind die Neustrukturierung der Priesterausbildung und des Theologiestudiums. Er war Mitglied der Académie Française und Hauptakteur in den jüdisch-katholischen Beziehungen. Der Film des Israelis Ilan Duran Cohen konzentriert sich auf Lustigers Auseinandersetzung mit seiner Herkunft und auf seine strategische Rolle zwischen Christentum und Judentum.
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