Springer-Chef Matthias Döpfner streckt die Waffen: Der Kampf gegen Google mündete im mehrere Millionen teuren Boykott der Suchmaschine.

© dpa/Wolfgang Kumm

Suchmaschinengigant
11/05/2014

Kampf gegen Google: Auch Springer knickt ein

Millionenschaden pro Marke, weil der Suchmaschinenkonzern Springer-Medien nicht mehr in der Suchmaske darstellte

Der Axel-Springer-Verlag streckt im Kampf gegen Google die Waffen. Man werde dem US-Konzern ab sofort erlauben, Pressetexte von Springermedien kostenlos im Internet in der Google-Suche anzuzeigen, sagte Springer-Chef Mathias Döpfner am Mittwoch.

Deutliche Einschränkung

Denn zuletzt habe Google die Darstellung bei vier Springer-Titeln, darunter Welt.de, deutlich eingeschränkt. In den vergangenen zwei Wochen seien dadurch deutlich weniger Internet-Nutzer auf Webseiten der betroffenen Medien weitergeleitet worden. "Bei Google-News ist der Traffic um rund 80 Prozent eingebrochen", betonte Döpfner. Der finanzielle Schaden durch entgangene Vermarktungsumsätze hätte sich - bezogen auf das Gesamtjahr - im siebenstelligen Bereich pro Marke bewegt.

"Schießen uns aus dem Markt"

"Würden wir das fortsetzen, schießen wir uns aus dem Markt", sagte Döpfner. Er betonte, die Daten zeigten die Marktmacht von Google. Der Konzern hebele damit das sogenannte Leistungsschutzrecht aus. Diese Regelung hatte Verlagen faktisch ermöglicht, Geld von Suchmaschinenbetreibern zu fordern, die bestimmte Textteile der Pressehäuser im Internet verwerten. Google lehnt dies jedoch ab. Der US-Konzern hatte die verkürzte Darstellung von Texten angekündigt, um die Risiken wegen einer Klage der VG Media zu minimieren. Denn die Verlage halten juristische Schritte gegen Google aufrecht. Zuletzt hatten mehrere Verlage und ihre Verwertungsgesellschaft VG Media jedoch die Forderung nach Geld aufgegeben, da sie Einbrüche bei Umsatz und im Ergebnis fürchteten.

Google argumentiert, dass die Verlage durch die Weiterleitung über die Google-Suche Geld über Werbung verdienen. Döpfner sagte, das Einknicken von Springer sollte nun Anlass geben für Politiker, Gerichte und Kartellexperten, die Angelegenheit unter die Lupe zu nehmen.

Schlechtes drittes Quartal

Axel Springer hat im Sommer-Quartal Einbußen bei Umsatz und Gewinn erlitten. Das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) sank zwischen Juli und September zum Vorquartal um rund ein Drittel auf 97,8 Mio. Euro. Analysten hatten für das abgelaufene Quartal ein Ebitda von 107 Mio. Euro prognostiziert.

Der Konzernumsatz ging von Frühjahr auf Sommer leicht auf 741 Mio. Euro zurück. Döpfner sieht Springer dennoch auf gutem Kurs und bekräftigte die Prognosen für 2014.

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