Wolfgang Fellners Führungsstil sorgt für Debatten im Netz

© APA/HERBERT NEUBAUER

Journalismus
11/27/2013

Jungjournalist: Mein erster und letzter Tag bei "Österreich"

Ein Jungjournalist erzählt auf der Plattform kobuk.at, wie er den Vorstellungstag in der Tageszeitung "Österreich" erlebte. Er lehnte dankend ab. Fellner streitet die Äußerungen ab.

Die Schilderungen eines Jungjournalisten, der eine Vorstellungsrunde in der Gratiszeitung Österreich absolvierte und danach die Flucht ergriff, sorgen im Netz für Aufregung. Auf Kobuk.at schildert der Mann, welche Devisen Österreich-Gründer Wolfgang Fellner an seine künftigen Mitarbeiter ausgibt. „Den Leuten von der Heute müsst’s am Besten in die Goschn hauen“, erklärte er etwa demzufolge im Hinblick auf die Konkurrenz im U-Bahnzeitungssektor.

Fellners Tipps für die Anwärter auf einen Job in seiner Zeitung sahen nach Angaben des Journalisten so aus: „Wenn einer von euch nach Annaberg fährt, die Freundin des Amokläufers findet, die ihm unter Tränen ein Interview gibt und er ein Video davon macht, dann werde ich mir denjenigen sicher gut merken.“ Genau solche Geschichten seien laut Fellner erwünscht, schreibt der Journalist. Was in diese Kategorie hineinfiele? Mord und Totschlag mit viel Blut. Oder „wenn ein paar Sandler das Hotel Sacher anzünden!“ Und: "Die Bezeichnung ‘Sandler’ schien Fellner überhaupt zu gefallen: Manche von uns wären vorerst noch ohne eigenen Arbeitsplatz", schreibt der angehende Journalist. „Da könnt ihr auch gleich zu den Sandlern in der Akademie rübergehen und euch dazugesellen.“

Der junge Mann beschloss, sich nicht in diese Maschinerie zu begeben: "Ich bedankte mich für die Einladung und verließ das Verlagsgebäude bei der erstbesten Gelegenheit. Journalist ist nach wie vor mein Traumberuf, aber ich werde meine Überzeugungen bestimmt nicht an Wolfgang Fellner und sein Österreich verkaufen." Dies sei sein erster und letzter Tag bei Österreich gewesen.

Übrigens: Die Behauptung, Österreich sei ein Boulevardblatt, ließ der Herausgeber in der Vorstellungsrunde nicht gelten. „Wir haben manche Artikel im Blatt, die besser sind als im Standard. Österreich ist eine Qualitätszeitung, leider werden wir nicht immer als solche erkannt." Er fände auch, dass die Kronen Zeitung zu den Qualitätsmedien gehöre. Ein Argument für die These, das Gratisblatt sei ein Qualitätsmedium ist übrigens die wöchentliche Buchbeilage.

Fellner streitet Zitate ab

Fellner reagierte im Branchenblatt Horizont: „Auch wenn es so aussieht, als würden sich die beiden Zeitungen täglich in die Goschn hauen, sind die meisten Redakteure der beiden Zeitungen privat bestens befreundet und treffen sich sogar nach dem Job. Trotzdem will jeder den anderen natürlich bei den Geschichten schlagen.“ Das Zitat sei also völlig anders gefallen. „Auch die anderen Zitate stimmen so nicht“, behauptet Fellner.

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