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1923–2013
08/18/2013

Helmut Lenhardt – ein Leben für die Medien

In memoriam: Helmut Lenhardt war ein Gestalter der Medienlandschaft und Denker der Rundfunkreform.

Er war ein maßgeblicher Gestalter der österreichischen und– in den 80er-Jahren – auch der deutschen Medienlandschaft: Am 4. August ist Helmut Lenhardt (1923–2013) im Alter von 90 Jahren gestorben.

Der gebürtige Salzburger begann sofort nach dem Krieg als freier Kulturjournalist, wechselte bald ins Wirtschaftsfach und wurde Leiter des Wirtschaftsressorts bei den Salzburger Nachrichten. Noch während der Besatzungszeit übersiedelte er nach Wien und baute dort mit Ferdinand Manndorff die Wiener Redaktion des Blattes auf.

Bei der Industriellenvereinigung und beim Bankenverband zeigte er als einer der ersten in Österreich überhaupt, was moderne Öffentlichkeitsarbeit und wirtschaftspolitisches Marketing sind.

Denker der Rundfunkreform

1967 wurde Lenhardt von Gerd Bacher zum kaufmännischen Direktor des ORF berufen – und in dieser Funktion zu einem der wichtigsten Denker und „Täter“ der Rundfunkreform.

Nach der Kreisky-Gegenreform verließ Lenhardt den ORF, war in den 1970er-Jahren Herausgeber und Geschäftsführer des KURIER und machte sich später als Medienberater selbstständig.

Als Lenhardt 1987 der René-Marcic-Preis verliehen wurde, betonte Gerd Bacher in seiner Laudatio: Der „Kultur-Kaufmann“ sei stets auch ein Schreiber geblieben, etwa über „Die Zukunft von Rundfunk und Fernsehen in der Auseinandersetzung mit den neuen elektronischen Medien“ (1972). Beim Aufbruch in die neuen Technologien von Kabel und Satellit war er ein im In- und Ausland gefragter Experte – und einer der ersten Berater beim technischen und organisatorischen Aufbau des deutschen Privatfernsehens.

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