Wirtschaft atmedia
09/28/2011

Hauptsache Diversifikation

at"Mut zur Kleinheit", dazu fordert Hans Gasser, CEO der WirtschaftsBlatt AG den österreichischen Markt und die explizit die Media-Agenturen auf. Er tut dies im Rahmen des Panels "Mut zur Diversifikation", das, geführt von Medienunternehmer Michael Grabner, den zweiten Tag der 18. Österreichischen Medientage eröffnet. Kerngeschäft-Nebengeschäfte von Printverlagen werden hier diskutiert.

Schritt halten, Schritt machen

"Wir versuchen hier mit der digitalen Welt Schritt zu halten", verdeutlicht Verleger Eugen Russ die Diversifikationsbestrebungen des Vorarlberger Medienhauses. Dort sitzt man nicht und fürchtet sich vor Facebook, Google und allen weiteren "Frenemies" sondern holt sich die Rosinen aus dem fetten Kuchen, um sie auf die regionalen und lokalen Bedürfnisse der Vorarlberger oder der osteuropäischen Rezipienten, der von Schwarzach aus gemanagten Medien, anzupassen. Diversifikation ist keine Kür für Verlage sondern eine unternehmerische Pflichtaufgabe untemauert Russ.

Gretchenfragen

Ein Muss nennt Wolfgang Bretschko, Vorstand der Styria Media Group, die Diversifikation. Die Gretchenfrage, so Bretschko, ist die richtige Diversifikation also das Wann und Wo. Dass die Styria in der Vergangenheit nicht ganz glücklich agierte - Stichwort Redmail, der gescheiterte Versuch die rote Post zu sein und der zögerliche und verspätete Zug ins Classified-Geschäft, das nun mit willhaben.at performt - gibt Bretschko gerne zu. Er empfiehlt eine fokussierte Diversifikation entlang der Kernkompetenzen.

APAs Medien-Kiosk

"Wenn man nicht diversifiziert ist man raus", mahnt APA-Geschäftsführer Peter Kropsch. Der, von ihm als lang bezeichnete Weg der Diversifikation, setzt sich in einem demnächst erfolgenden Launch eines Medien-Kiosks statt. Kropsch: "Wir setzen hier mit allen unseren Mitgliedern eine einmaliges Paid Content-Projekt um." In dem Kiosk werden künftig alle Tageszeitungen und Kauf-Magazine angeboten. Kropsch: "Es geht dabei um Erlöse und Erkenntnisse. Wobei die Erkenntnis-Ebene in der ersten Einführungsphase eine etwas größere Rolle spielt."

Diversifikation-Breitband-Format Kurier

"Die Marke zu nutzen und auf ihr Line Extensions aufzubauen, die letztendlich das Kerngeschäft ausbauen, gehört beim Kurier schon zur jahrelangen Praxis", reflektiert Geschäftsführer Thomas Kralinger die Diversifikation rund um die Tageszeitung. Diese findet offline wie online statt. Immobilien-Kurier einerseits, futurezone.at andererseits. Kralinger: "Aus der Online-Welt, deren Nutzer unsere Printmedien weniger konsumieren aber die Qualität der Medienmarke schätzen, holen wir uns die Ideen zu Offline-Diversifikationen."

Diversifikationsfaulenzer

Mathias Müller von Blumencron, Chefredakteur des Spiegels, verweigert sich angesichts der Diversifikationsbreite der Medienmarke die Gelassenheit auf die er von Grabner angesprochen wird. "Success is the first step to failure", kontert er die Annahme beim Spiegel sei mit TV, Online-, Mobile-Apps und Print-Specials das Leben auf dem Ruhekissen eingekehrt. Die Verantwortung für die Mitarbeiter und die Werbefinanzierung aller Spiegel-Produkte sind kein Anlaß Diversifikationsfaulheit an den Tag zu legen. Blumencron: "Wir haben nun eine kleine Social Media-Redaktion installiert, die die Diversifikation in diese Richtung forcieren wird".

atmedia.at

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