Wirtschaft atmedia
09/17/2009

Enquete: Horst Pirker (VÖZ-Styria Media Group)

at // "Der Staat ist ein schlechter Unternehmer", eröffnet Horst Pirker seine Stellungnahme. Dies bestätigt sich immer wieder. "Der Staat betreibt ein Medienunternehmen und weist ihm 500 Millionen Euro Budget zu. Weil er sich diesen Betrieb marktwirtschaftlich nicht zu führen traut, lässt er die Unternehmen die Rechnung dafür zu bezahlen. Als Ausgleich erhalten die Mitbewerber das Trostpflaster Presseförderung", argumentiert Pirker.

Legitimierte Verzerrung

Er macht einen Querschnitt durch die Medienentwicklung Revue passieren, die er auf die Konklusio zuspitzt, dass der ORF Verlust macht. "Und trotzdem machen wir uns für einen starken ORF stark!". Aus der Sicht des Styria-Vorstandsvorsitzenden hat der Staat versagt. "Der Staat muss jedoch auch eingreifen und ein solcher Eingriff ist legitim wenn die Marktwirtschaft versagt, wie die aktuelle Finanzkrise zeigt", setzt er fort. Daraus leitet sich ab, dass der ORF komplementär zu den Angeboten und Leistungen, die von privaten Medien erbracht werden, angesiedelt sein muss. Setzt ein Staat den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in Wettbewerb mit privaten Medienbetreibern verzerrt er Marktverhältnisse, kritisiert Pirker. "Nur ein wirklich öffentlich-rechtlicher ORF ist zukunftsfähig und legitimiert den staatlichen Eingriff", schließt Pirker.

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