Wirtschaft atmedia
07/20/2009

Der ambivalente Nachrichtenfinder

us, de // Bestehende Geschäftsmodelle als obsolet zu erklären ohne auf Alternativen zu verweisen, könnte man mitunter als Unbedarftheit oder Unreife kritisieren. Chris Anderson, Chefredakteur des Wired-Magazins, ist diese Unbedarfheit nicht so einfach nachzuweisen.

Freie Hauptbeschäftigungs- und Nebenerwerbskultur

Er promotet sein soeben erschienenes Buch "Free" und räumt mit der alten Medienwelt auf wiewohl "Wired" immer noch nach den selben wirtschaftlichen Prinzipien funktioniert. Im Interview mit dem Nachrichtenmagazin Spiegel erklärt Anderson, dass er mit den Begriffen Medien und Nachrichten nichts anzufangen wüsste, da sich diese und deren Welt ohnehin überlebt hätten. Anderson wird von den Informationen, die er braucht "gefunden". Er empfiehlt "Produkte zu verschenken und auf anderem Weg für Einnahmen zu sorgen". Überspitzt könnte man ein "Schülerzeitung"-Zukunft für Medien daraus ableiten. Medien werden Freizeitbeschäftigung während die Macher Gurken züchten, Gen-Analysen anstellen, Dächer decken, etc. Andersons Weitblick bricht sich an Formulierungen wie: "Die Zukunft wird es weisen" oder "Aber das konmmt schon noch!".

Der Spiegel, Nr. 30, Seite 78 ff