This publicity image released by FX shows actor Charlie Sheen, left, with actress Lindsay Lohan during a taping of the FX comedy series, "Anger Management." Lohan guest stars as herself as a patient on the comedy starring Sheen as an anger management therapist airing on Thursday, April 11 at 9:30 EST on FX. (AP Photo/FX)

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Anger Management
08/29/2013

Charlie Sheen feiert sein TV-Comeback

Mit "Anger Management" (ab Sonntag, 20.15 Uhr, auf ATV) gelang dem Stehaufmännchen abermals ein Comeback.

Man weiß bei Charlie Sheen irgendwie nie so genau, was man wirklich vom ihm halten soll. Er hortet riesige Fanscharen hinter sich, egal wie viele Skandale er auch produziert. Es scheint fast: je mehr Fehltritte er sich leistet, desto beliebter wird er beim Publikum.

Die Rolle als charmantes „Enfant terrible“ Hollywoods ist ihm wie auf den Leib geschrieben und zahlt sich letztlich sogar aus für den einstigen Charakterdarsteller, der in seiner frühen Karriere mit ernsteren Rollen in „Red Dawn“, „Platoon“ und „Wall Street“ mit Lobpreisungen überschüttet wurde. Doch es war die Rolle des lüsternen Frauenjägers Charlie Harper in der Comedy-SerieTwo and a Half Men“ die ihn am Ende mit zuletzt 1,8 Millionen Dollar pro Episode zum bestbezahlten TV-Star aller Zeiten machte. Kurios dabei: die Rolle basierte auf Sheens privatem Image als böser Bube Hollywoods, er spielte sich quasi selbst. Skandalnudel als Geschäftsmodell? Eher nicht, Sheen punktet letztlich mit Authentizität.

Seine EskapadenJa, er war sexsüchtig, soff sich fast zu Tode, schlug seinen ständig wechselnden Sexpartnerinnen schon mal die Lippe blutig, sperrte Nutten im Drogenrausch im Schrank ein und kokste, was das Zeug hielt. Sheen gestand offen, in seiner Hochzeit als Alkoholiker bis zu drei Flaschen Wodka pro Tag getrunken zu haben, dass er bis zu 50.000 Dollar pro Nacht für Prostituierte ausgegeben hat und so ziemlich jede Droge probierte, die er kriegen konnte. Seine drei Scheidungen machten Schlagzeilen, weil angeblich immer auch häusliche Gewalt im Spiel war.

Sein Geständnis

„Ich bin kein Klosterschüler, das weiß ja mittlerweile jeder. Ich bin sicher nicht stolz auf vieles von dem, was ich getan habe in meinem Leben. Ich kann es nicht ungeschehen machen“, sagt Sheen. Sein Plus: Sheen stand zu jedem seiner Fehltritte, entschuldigte sich stets reumütig und sprach offen über seine Fehler, anstatt sie unter den Tisch kehren zu wollen mithilfe einer verlogenen PR-Maschinerie.

„Man nennt mich nicht umsonst den letzten ehrlichen Mann in Hollywood. Mein Vater gab mir früh den Rat: ,Sag immer die Wahrheit‘. Daran halte ich mich“, sagt Sheen. Er gibt sich gern als Superstar mit Bodenhaftung und wirkt dabei tatsächlich glaubwürdiger als andere Hollywood-Größen mit Skandal-Potenzial. Das schätzen die Leute.

Allein bei Twitter verbucht Sheen mehr als neun Millionen Fans. Sein Charme, sein Humor und die Gabe, seine Fehler wie ein kleiner Bub mit treu-doofem Augenaufschlag einzugestehen, öffnen ihm immer wieder neue Türen. Der skandalöse Rauswurf bei „Two and a Half Men“ im März 2011 als Folge eines öffentlichen Streits mit Produzent Chuck Lorre setzte den vorläufigen Tiefpunkt in der Karriere von Charlie Sheen. Er lallte besoffen in Kameras und begab sich auf eine unterirdisch schlechte Tournee als „One-Man-Show“. „Ich wollte meine Fans persönlich kennenlernen, hören, was die Leute denken. Doch mein Konzept war nicht hundertprozentig durchdacht“, sagt Sheen selbstkritisch und schickt hinterher: „Ich bin heute ein ganz anderer Charlie als noch vor zwei Jahren. Ich habe wieder Energie, fühle mich viel jünger und gehe wieder gerne zur Arbeit.“

Zwischenzeitlich aber dachte Sheen sogar ans Karriere-Ende. „Ich war entschlossen, dass mich alle mal am Arsch lecken können. Aber ich wollte auch nicht, dass es so endet, das hätte ich mir ewig vorgeworfen.“

Also rappelte sich Stehaufmännchen Charlie erneut auf und feierte wieder einmal ein Comeback im großen Stil. Seine neue Serie „Anger Management“ (ab Sonntag um 20.15 Uhr auf ATV) legte mit 5,74 Millionen Zuschauern bei der Ausstrahlung der ersten Folge in den USA einen neuen Quotenrekord hin. „Eine süße Rache an allen, die mich schon abgeschrieben hatten.“

Seine Wutkontrolle

Allerdings sanken die Zuschauerzahlen seit dem Start im Juni 2012 stetig. In „Anger Management“ spielt Sheen wieder einen Charlie, diesmal einen ehemaligen Profisportler, der nach dem Karriere-Ende als Therapeut für Wutkontrolle tätig wird. Am Ende spielt er erneut hauptsächlich sich selbst. Die Therapiestunden während der dunkleren Zeiten in seinem Leben bezeichnet Sheen als gute Vorbereitung auf die Rolle, „aber an meiner eigenen Wutkontrolle muss ich dennoch weiter arbeiten.“

Sheen umgibt sich am Set gerne mit vertrauten Gesichtern: „Mein Dad Martin Sheen spielt meinen Vater, eine harte Rolle“, sagt Sheen lachend. Auch seine Ex-Frau Denise Richards hat einen Gastauftritt, ebenso wie Lindsay Lohan.

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