Wirtschaft atmedia
02/13/2011

Bundeskanzler-Beziehungen und Gutsherren-Presseförderung

atBis 2013 will das Vorarlberger Medienhaus, laut Eugen Russ, "25 Prozent des Umsatzes digital machen". Der Verleger verrät im Interview mit der Tageszeitung Die Presse, dass das Medienunternehmen "auf einem guten Weg sei, dieses Ziel zu erreichen".

Android gegen Apple

Eine Schlüsselrolle dafür kommt Tablet-PCs zu. Wobei Apple nicht notwendigerweise die Ultima Ratio für das digitale Ziel sei. Russ hofft, das sich "die Vernünftigen" bei Apple durchsetzen und der Konzern "nicht zum zensurierenden Einheitskiosk der Welt werde". In diesem Falle möchte Russ mit Android Apple den Wettbewerb machen.

Das Vorarlberger Medienhaus habe, so Russ, "ein gutes Jahr hinter sich" und "wir sind aus der Krise fast wie ein Senkrechtstarter herausgekommen". Er rechnet mit gutem Wachstum in Deutschland, Rumänien und Ungarn. Letzerer Markt ist aufgrund der medienpolitischen Änderungen derzeit nur schwer einschätzbar.

Gutsherrengeld

Umso klarer ist Russ Bild von der österreichischen Medienpolitik. "Da gibt es eine Presseförderung von zehn Millionen Euro und zusätzlich eine Freivergabe von Bundeskanzler, Vizekanzler und den Ministerien in der Höhe von 70 bis 100 Millionen Euro. Die werden nach Gutsherrenart vergeben. Es gibt Marktteilnehmer, die bis zu 50 Prozent ihrer Gesamterlöse aus diesem Gutsherrentitel erhalten", kritisiert Russ. Er zieht eine Vergleich: "Ich bin auf dem Balkan tätig und ich kenne das weder aus Rumänien noch aus Ungarn." Und sein Fazit zu medienwirtschaftlichen Erfolgen in Österreich: "Erfolg hat hier, wer die besseren Beziehungen zum Bundeskanzler hat."

Siehe: DiePresse.com/Eugen A. Russ-Interview
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