Wirtschaft atmedia
09/27/2011

Broadcaster oder Microcaster

atNeue Konsumationsformen verändern das Fernsehen. Mobile Endgeräte und soziale Medien forcieren die Transformation des Mediums. Dazu ist weniger Mut notwendig, wie im Zuge der Österreichischen Medientag zur Debatte gestellt wird, als die Bereitschaft den Zeichen der Konvergenz zu folgen. Und die Maxime "Content is King" feiert fröhliche Urstände.

Navigation is King

Die gehört jedoch erweitert, gibt ATV-Geschäftsführer Ludwig Bauer zu bedenken. Neben Content ist auch Navigation König. Denn mit vielen verschiedenen Endgeräten und sauber dafür diversifizierten Inhalten ist der Aufwand das Richtige zur rechten Zeit zu finden, höher.

Jenen, die Fernsehen totreden wollen, erteilen Bauer und seine Mitdiskutanten Staatssekretär Josef Ostermayer, Puls 4-Geschäftsführer Markus Breitenecker, Sky Österreich-Geschäftsführer Kai Mitterlechner und ORS-Chef Michael Wagenhofer und ORF-TV-Futurologe Franz Manola eine Absage. Fernsehen lebt! Das zeigt die TV-Nutzungszeit ganz klar, betont Breitenecker.

TV-Internet-Harmonisierung

Die Verbreitungsarten des TV-Signals spielen, setzt Breitenecker fort, in Zukunft eine geringere Rolle. Menschen ist es egal ob TV-Inhalte über das Internet, via Satellit oder Kabel zu ihnen kommen. Wagenhofer widerspricht. Das Internet ist nicht für das Signal-Broadcasting geeignet. Das Web ist ein One-to-One-Medium.

Wagenhofer: "TV gehört jedoch ordentlich mit dem Web kombiniert und konvergiert."

Content-Container

Mehr als die Signalfrage scheidet die Finanzierung die Geister. Ein Leckerbissen für Breitenecker und Mitterlechner, die den Staatssekretär vor versammelten Publikum auf Stellungnahmen zu den aus ihrer Sicht in Österreich vorhandenen Wettbewerbsverzerrungen zutreiben wollen. Breiteneckers Offensive läuft ins Leere.

Auch weil Manola mit einer vermeintlichen TV-Krise aufwartet. Er konstatiert einen Bedeutungsverlust des Fernsehens infolge der Digitalisierung und der Angebotsfragmentarisierung. Manola blickt hier - man mein ein wenig Wehmut erkennen zu können - zurück und erinnert an die Zeit als Inhalte und Journalismus noch kein Content, also, O-Ton Manola, Container-Ware, waren.

Ostermayers letzte Worte

Das letzte Wort im gruppendynamisch wertvollen Miteinanderreden hat Staatssekretär Ostermayer. Seine Schlußbotschaft dreht sich um die vor der Verwirklichung stehenden ansehnlichen Verwaltungsreform und nicht dem Fernsehen. Ein Hinweis darauf, dass er auch andere Agenden in der Regierung zu verwalten hat. Und ein Zeichen von Respekt und Konkordanz seiner Mitdiskutanten, die Ostermayer in den vergangenen zwei Jahren nichts geschenkt hatten.

Oder ist der manifestiert Podiumsfriede durch etwaige in Aussicht stehende Fördermittelt für Public Value-Inhalte genährt?

atmedia.at

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