Bild-Chef Kai Diekmann

© APA/EPA/JENS KALAENE

Digitalisierung
09/30/2014

Bild-Chef Diekmann: Daten stärker nutzen

Der einflussreiche Journalist und Online-Guru hält Daten der Leser für "das neue Öl".

Kai Diekmann, als Herausgeber der Bild-Gruppe einer der mächtigsten Journalisten Deutschlands, war am Dienstag in Wien, wo er auf Einladung der International Advertising Association (IAA) einen Vortrag über die Zukunft der Medien hielt. Der Mann, der seit seinem einjährigen Aufenthalt im Silicon Valley einen hippen Vollbart trägt, predigte die digitale Revolution, an die sich die Verleger anzupassen hätten: Die mobile Internetnutzung werde in den USA noch vor Ende des Jahres die stationäre überholen, weltweit soll es im kommenden Jahr so weit sein. An die Stelle "fixer Informationsrituale" wie Tageszeitung oder Fernsehen trete ein neues mediales Ökosystem, in dem die User von Morgen sozialisiert werden. "Wir treffen dieses Publikum nicht mehr physisch am Kiosk. Also müssen wir dorthin, wo es aufwächst und sich aufhält: die sozialen Plattformen", sagt Diekmann. Und: "Die virtuelle Welt ist für sie die reale."

Daten sammeln

Das neue Nutzerverhalten führe dazu, "dass wir in Echtzeit eine Masse an Daten analysieren können, wie es nie zuvor möglich war". Statt die Wünsche der Konsumenten nur zu erahnen, würden sie sich vorhersagen lassen. "Daten sind das neue Öl."

Das Silicon Valley, in dem sich der bisherige deutsche Boulevardkönig für ein Jahr aufhielt, sei "ein einzigartiges Ökosystem, das so auch nicht replizierbar ist", meint Diekmann, der in seinem US-Jahr zu einer Art Digitalguru avanciert ist. Risiken würden dort "nicht als notwendiges Übel, sondern immer als große Chance verstanden" werden. Und: "Scheitern ist eine notwendige Voraussetzung für Erfolg." Diese Erkenntnisse habe er mit in die Bild-Gruppe genommen: flache Hierarchien, Risikobereitschaft, die Suche nach dem richtigen Personal.

Zum Thema Bezahlschranke brachte Diekmann positive Erfahrungen mit nach Wien: Bei Bild fahre man mit den Digital-Abonnements gut und stehe derzeit bei mehr als 230.000 zahlenden Kunden – Tendenz steigend. "Es ist eine Frage der Ehre, dass wir für Inhalte Geld verlangen."

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