Multianbieter Amazon: Neben Versandhaus und TV-Produktionen ist nun das Kino im Visier

© REUTERS/NOAH BERGER

Internet-Gigant
01/21/2015

Amazon dreht nun auch Kinofilme

Vier bis acht Wochen nach der Premiere sollen die Produktionen online sein.

Nach dem erfolgreichen Ausflug in die Welt der Fernsehserien will Amazon auch Hollywood herausfordern. Der Online-Händler wird eigene Kinofilme produzieren und fremde Streifen dazukaufen, wie der Konzern am Montag ankündigte. Sie sollen bereits vier bis acht Wochen nach der Premiere im Filmtheater, Amazons hauseigenem Video-Streamingdienst, gezeigt werden, hieß es.

Zeitfenster kleiner

Heutzutage vergeht meist ein halbes Jahr, bis Kinofilme auf Video erscheinen. Das Zeitfenster ist aber auch schon in vielen Fällen kürzer als früher.

Die Amazon-eigenen Filme sollen mit einer Verzögerung von nur ein bis zwei Monaten gezeigt werden. Die Produktion soll den Angaben zufolge in diesem Jahr beginnen. "Wir haben uns zum Ziel gesetzt, knapp zwölf Filme im Jahr zu machen", sagte Amazon-Manager Roy Price.

Amazon dreht bereits eigene Fernsehsendungen, vor wenigen Tagen gewann die Serie "Transparent" einen Golden Globe. Als Coup wird die erste Fernsehserie von Woody Allen im Amazon-Angebot zu sehen sein.

Vorbild Netflix

Auch der Streaming-Dienst Netflix setzt auf Eigenproduktionen und dreht unter anderem vier Filme mit Adam Sandler sowie eine Fortsetzung des Kampfkunst-Streifens "Tiger & Dragon". Dieser Film soll gleichzeitig ins Kino und ins Netflix-Angebot kommen. Deswegen wollten ihn einige amerikanische Kinos nicht zeigen.

Beim Streaming werden Videos direkt aus dem Netz abgespielt. Dienste wie Netflix und Amazon lassen sich den Zugang mit einer Gebühr vergüten. Sie haben bereits das Serien-Geschäft verändert, indem sie im Gegensatz zu Fernsehsendern ganze neue Staffeln auf einmal verfügbar machten.

Amazon will ein Dutzend Filme pro Jahr zu den Zuschauern bringen. Das Budget solle pro Film zwischen 5 und 25 Millionen US-Dollar (zwischen 4,3 und 21,5 Mio. Euro) liegen, berichtete das Branchenblatt Variety. Bei diesem finanziellen Rahmen braucht sich Hollywood keine Sorgen um neue Konkurrenz bei teuren Action-Blockbustern zu machen.

Zum Vergleich: Hollywood-Kassenschlager können gut und gerne über 100 Millionen Dollar Produktionskosten verschlingen. Allerdings bedeutet jeder Neuankömmling im Geschäft verstärkten Wettbewerb.

eine Newsletter Anmeldung Platzhalter.

Wir würden hier gerne eine Newsletter Anmeldung zeigen. Leider haben Sie uns hierfür keine Zustimmung gegeben. Wenn Sie diesen anzeigen wollen, stimmen sie bitte Piano Software Inc. zu.

Jederzeit und überall top-informiert

Uneingeschränkten Zugang zu allen digitalen Inhalten von KURIER sichern: Plus Inhalte, ePaper, Online-Magazine und mehr. Jetzt KURIER Digital-Abo testen.