© KURIER/Gerhard Deutsch

Rekord-Pleite
11/04/2014

Alpine-Masseverwalter klagt spanische FCC

Obwohl de facto insolvent, soll die Alpine Anleihen begeben haben: Muttergesellschaft wird geklagt.

Die Milliardenpleite des Bauriesen Alpine hat ein weiteres gerichtliches Nachspiel: Die Alpine Holding GmbH soll Anleihen begeben haben, obwohl sie einem Gutachten zufolge de facto bereits insolvent war. "Wir bereiten die Klagseinbringung gegen die FCC (spanische Muttergesellschaft, Anm.) vor - da haben wir heute grünes Licht bekommen", sagte Masseverwalter Karl Engelhart am Dienstag nach einer Prüfungstagsatzung.

Ob die Haftungsklage beim Handelsgericht Wien oder - wegen des ehemaligen Alpine-Sitzes in Wals - beim Landesgericht Salzburg eingebracht werde, sei derzeit noch offen. Auch die Finanzierung des Prozesses ist noch nicht gesichert: Derzeit liegt dem Masseverwalter zufolge kein Anbot eines Gläubigers vor, der Masse Geld zu borgen. "Ich habe noch Gespräche mit zwei Prozessfinanzierern vor - das wäre eine Möglichkeit", so Engelhart. Die Klage werde jedenfalls eingebracht.

Verschleppte Insolvenz

Die der insolventen Alpine Bau GmbH übergeordnete Alpine Holding GmbH hatte zwischen 2010 und 2012 drei Anleihen im Volumen von insgesamt 290 Millionen Euro aufgelegt. Die Alpine Bau GmbH meldete im Juni 2013 Insolvenz an - viel zu spät, wie Gläubiger, Kreditschützer und Anwälte meinen.

Die Anleihezeichner kämpfen um ihr Geld. Der Wiener Rechtsanwalt Eric Breiteneder hat bereits Anfang Februar die erste Klage gegen die spanische Alpine-Mutter eingebracht, um von dort Geld zurückzuholen. Gegen die Banken, die zum einen die Bondemissionen begleitet und zum anderen die Alpine mit Krediten versorgt hatten, laufen auch bereits Gerichtsverfahren.

Insgesamt haben die Gläubiger der Alpine per Mitte Oktober Forderungen im Volumen von gut 940 Millionen Euro angemeldet - anerkannt worden seien aber bisher nur knapp 508 Millionen Euro, sagte Insolvenzexpertin Daniela Fradinger-Gobec vom Alpenländischen Kreditorenverband (AKV).

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