Kreisverkehr in der Luft: Alitalia

© Reuters/MAX ROSSI

Airline
10/25/2013

Alitalia in Agonie: Streik steht ins Haus

Am Dienstag legt das Personal die Arbeit nieder. Die Kapitalerhöhung dürfte sich als schwierig erweisen.

Neue Hiobsbotschaften für die krisengeplagte Alitalia. Das Personal tritt am kommenden Dienstag in den Streik, um gegen angebliche Rationalisierungspläne zu protestieren. Außerdem kündigte der Versicherer und Alitalia-Aktionär Fonsai an, dass er sich nicht an der Kapitalerhöhung in Höhe von 300 Millionen Euro zur Rettung der Airline beteiligen werde.

Der Streik des Alitalia-Personals soll nach Angaben der Fluggesellschaft nicht interkontinentale Flüge betreffen. Alitalia rief die Passagiere auf, sich zu vergewissern, ob ihr Flug geplant ist, bevor sie am Dienstag zum Flughafen reisen. Medienberichten zufolge sollen im Zuge einer Rationalisierung zur Rettung des ehemaligen Monopolisten 1000 Jobs gekürzt werden.

Der Versicherer Fonsai, der einen 4,4-prozentigen Anteil an Alitalia hält, versicherte, dass er sich nicht an der Kapitalerhöhung beteiligen wolle. „Die Beteiligung an Alitalia ist für uns nicht strategisch“, sagte Geschäftsführer Carlo Cimbri.

Partenersuche

Alitalia ist auf der Suche nach finanzstarken Partnern, die sich an der bereits beschlossenen Kapitalaufstockung zur Rettung der Airline beteiligen wollen. Air France-KLM, stärkster Aktionär der italienischen Fluggesellschaft, will bei der Kapitalerhöhung nicht mitziehen. Dadurch würde ihr Anteil von 25 auf 11 Prozent sinken. Für eine Teilnahme forderte Air France-KLM eine umfassendere Sanierung. Air France hatte 2008 322 Millionen Euro für den Erwerb ihres 25-prozentigen Anteils an Alitalia ausgegeben. 95 Prozent des Wertes der Investition ist verlorengegangen. Alitalia wird derzeit nur noch mit 50 Millionen bewertet.

Mit an Bord bei der Kapitalerhöhung dürfte dafür die italienische Bank-Austria-Mutter UniCredit sein. Dies versicherte Italiens Verkehrsminister, Maurizio Lupi, in einer Ansprache vor Abgeordneten. Die UniCredit zählt zu den Gläubigern Alitalias.

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