Wirtschaft
27.11.2018

AK: Jede zweite Frau von sexueller Belästigung betroffen

Arbeitsklima Index: Immer mehr Frauen in Österreich klagen über sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz.

Von lüsternen Blicken bis hin zu körperlichen Übergriffen: Mehr als die Hälfte der Arbeitnehmerinnen hat bereits Erfahrungen mit sexueller Belästigung gemacht. Das berichtet die AK Oberösterreich in einer Aussendung.

Deutlich mehr als die Hälfte der Frauen hat demnach sexuelle Belästigung durch männliche Kollegen, Chefs oder Kunden zu spüren bekommen. 38 Prozent der Arbeitnehmerinnen wurden mit abfälligen Bemerkungen konfrontiert, 31 Prozent angestarrt oder gemustert. Und zwölf Prozent erlitten körperliche Übergriffe. Laut AK ist das um ein Drittel mehr als vor zwei Jahren.

Den Zahlen zugrunde liegt die Auswertung des Österreichischen Arbeitsklima Index der AK Oberösterreich.

Kalliauer: „Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt“

Johann Kalliauer, AK-Oberösterreich-Präsident, fordert deshalb per Aussendung die Unternehmen auf, ihre Fürsorgepflicht stärker als bisher wahrzunehmen.  „Sexuelle Belästigung ist kein Kavaliersdelikt, sondern ein brutaler Gewaltakt, der bei den Betroffenen großes Leid verursachen kann. Es ist höchst an der Zeit, dass Betriebe ihre Fürsorgepflicht stärker als bisher wahrnehmen und ihre weiblichen Beschäftigten vor sexuellen Übergriffen schützen“, sagt Kalliauer.

Benachteiligungen im Berufsleben

Wenig erfreulich sind auch die Zahlen, wenn es um die Themen Benachteiligung und Diskriminierung geht. 28 Prozent der Frauen fühlen sich demzufolge im Berufsleben benachteiligt. Vier von zehn Frauen sagen, dass sie beim Lohn oder Gehalt schlechter gestellt sind als ihre männlichen Kollegen. Knapp 30 Prozent fühlen sich bei Beförderungen und Karrieresprüngen sowie bei Bewerbungen und Stellenvergaben diskriminiert, etwas mehr als 20 Prozent bei der Zuteilung und Übernahme verantwortungsvoller Aufgaben.

Der Österreichische Arbeitsklima Index misst und beschreibt seit 21 Jahren vierteljährlich die wirtschaftlichen und sozialen Entwicklungen aus Sicht der Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen.