© KURIER/Franz Gruber

Falsche Kredit-Daten
01/21/2015

Ärger über die Ratingagentur Moody’s

Die Franken-Schulden der heimischen Banken sind deutlich geringer als angegeben.

Die US-Ratingagentur Moody’s hat sich bei den Angaben der Schweizer-Franken-Kredite österreichischer Banken ordentlich verschätzt. Nach einer Intervention betroffener Institute musste sie ihre erst zu Wochenbeginn veröffentlichen Daten deutlich nach unten korrigieren.

Am stärksten fällt die Korrektur bei der Erste Group aus. Statt den genannten 17 Prozent beträgt der Anteil der Franken-Kredite am Osteuropa-Kreditvolumen sechs Prozent, teilte Moody’s mit. 9,9 Milliarden Euro hat die Erste an Franken-Krediten im Osten vergeben.

Auch bei der Hypo Vorarlberg musste die Ratingagentur ihre Angaben revidieren: 22 statt 29 Prozent. Neben der Hypo Tirol ist die Hypo Vorarlberg die von einem festeren Franken-Kurs am stärksten betroffene Bank. Was Moody’s nicht dazusagt: Die beiden westösterreichischen Institute haben auch die meisten Kunden mit Einkünften in Schweizer Franken. Das Ausfalls-Risiko ist also vergleichsweise klein.

Osteuropa bleibt für die heimischen Banken aber auch heuer eine Herausforderung. "Not leidende Kredite dürften in der Region weiter steigen, die Margen der Banken unter Druck bleiben", sagte Gianni Franco Papa, Osteuropa-Chef der UniCredit, Mutter der Bank Austria. Die Banken müssten versuchen, auf zinsunabhängige Einkünfte wie Gebühren und Provisionen zu setzen. UniCredit will in der Region dennoch Marktanteile ausbauen.

EZB: 1,1-Billionen-Plan

In Österreich seien 18 Prozent der Kredite an Private in der Schweizer Währung vergeben worden, in Polen sind es 14 Prozent und in Ungarn 26 Prozent, sagte Österreichs Nationalbank-Chef Ewald Nowotny. Dennoch solle das Thema "nicht dramatisiert" werden: Meist handle es sich um langfristige Hypothekar-Kredite. Somit bleibe noch Zeit – und für die Banken seien Sicherheiten vorhanden.

Der Euphorie vor der EZB-Sitzung am Donnerstag verpasste Nowotny einen Dämpfer: Das sei ein "interessantes" Treffen, Notenbanker sollten aber unaufgeregt handeln und langfristige Folgen im Blick haben. Laut Bloomberg plant die EZB, ab März 2015 bis Ende 2016 monatlich Wertpapiere um 50 Milliarden Euro zu kaufen. Das wäre eine Geldspritze von 1100 Milliarden Euro und mehr als bisher erwartet.

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