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Kroatien
07/17/2015

Adria: Kroatien treibt Pläne für Öl-Bohrungen voran

Konzessionsverträge, darunter auch mit OMV, sollen bis Ende Juni unterzeichnet werden. Bevölkerung dagegen.

Die kroatische Regierung treibt die Pläne für die Erkundung von Öl- und Gasvorkommen in der kroatischen Adria voran. Bis Ende Juli sollen laut kroatischen Medienberichten Konzessionsverträge mit fünf Unternehmen, darunter dem österreichischen Öl- und Gaskonzern OMV, unterzeichnet werden. Die Mehrheit der Kroaten widersetzt sich unterdessen der Förderplänen.

In einer aktuellen Umfrage sprachen sich knapp 53 Prozent gegen die Öl- und Gasexploration in der Adria aus. Unterstützt werden die Regierungspläne von 30,4 Prozent der Befragten, zeigte die aktuelle Umfrage des kroatischen Institut für Sozialwissenschaften "Ivo Pilar". In einer früheren Umfrage des Privatsenders "RTL" sprachen sich drei Viertel der Befragten für ein Referendum über die Förderpläne der Regierung aus.

Protest im In- und Ausland

Umweltschutzorganisationen starteten in Kroatien die Kampagne "S.O.S. für Adria" ("S.O.S. za Jadran"), mit der sie von der kroatischen Regierung ein Moratorium für die Exploration und Förderung der Öl- und Gasvorkommen fordern. Auch die Nachbarländer Slowenien und Italien äußerten bereits Bedenken gegen mögliche grenzüberschreitende Umweltauswirkungen.

Kritik wegen befürchteten Umweltschadens gibt es auch in Österreich. Mehr als 21.000 Österreicher haben sich mit einer Greenpeace-Petition für den Schutz einer ihrer beliebtesten Urlaubsregionen ausgesprochen, hieß es aus der Organisation. Sie fordern den neuen OMV-Generaldirektor Rainer Seele auf, die Verträge mit der kroatischen Regierung nicht zu unterschreiben und ihre Ölbohrpläne fallen zu lassen. Die OMV hatte sich zusammen mit ihrem US-Partner Marathon Oil sieben der zehn vergebenen Lizenzen gesichert.

Unterdessen hat die kroatische Regierung Anfang Juli zwei Misstrauensanträge der Opposition in Zusammenhang mit den Öl-Förderplänen übersanden. Die Opposition warf der Regierung Gesetzeswidrigkeiten und Intransparenz bei dem Großprojekt vor. Die Regierung wies die Vorwürfe zurück und versicherte, dass die Öl- und Gasbohrungen weder die Umwelt noch die für Kroatien wichtige Tourismusbranche gefährden werden.

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