Wirtschaft 10.01.2012

Abgeordneter: Akropolis vermieten

© Bild: EPA

Statt weiteren Lohn- und Pensionskürzungen soll der Touristenmagnet als Geldquelle angezapft werden, schlägt ein Ex-Minister vor.

Zur Sanierung der Staatsfinanzen will ein griechischer Politiker die Akropolis in Athen vermieten. "Wir sollten die Akropolis und andere archäologische Stätten an ein Privatunternehmen vermieten, um Geld für den Haushalt einzunehmen", sagte der Abgeordnete der konservativen Partei Nea Dimokratia, Gerasimos Giakoumatas, der Bild-Zeitung vom Dienstag.

Dies sei besser "als noch mehr Kürzungen bei Löhnen und Pensionen vorzunehmen". Angesichts des Ausmaßes der Krise müsse überall nach Geldquellen gesucht werden, sagte Giakoumatas weiter, der bereits Minister in einem griechischen Kabinett war.

 

Privatisierungserlöse

Ein Baustein für die Rettung Griechenlands vor der Staatspleite ist die Privatisierungspolitik. Zum Verkauf oder zur Privatisierung stehen unter anderem:

- Eine Beteiligung von 55 Prozent am neuen Großflughafen Athens "Eleftherios Venizelos". 40 Prozent der Anteile am Flughafen besitzt der Baukonzern Hochtief.

- 17 Prozent der staatlichen Elektrizitätsgesellschaft (DEI). Das Unternehmen schreibt Gewinne. Die Gewerkschaft droht aber, im Falle eines Verkaufs das Land mit Streiks "zu verdunkeln".

- Der alte, seit 2004 geschlossene Athener Flughafen "Hellinikon". Das Gelände liegt an einem der schönsten Abschnitte der Küste Athens, etwa 16 Kilometer vom Stadtzentrum entfernt.

- Das griechische staatliche Lotterie- und Wettunternehmen (OPAP) sowie die Landwirtschaftsbank (ATE).

- Auch die staatliche Eisenbahn (Trainose), die Gaswerke und die Wasserwerke der Hafenstadt Thessaloniki sollen privatisiert werden.

- Athen hat zudem die Privatisierung zahlreicher kleinerer Flughäfen auf den Inseln der Ägäis angedeutet. Auch Teile der Häfen von Piräus und Thessaloniki sollen privatisiert werden.

- Rund 75.000 Häuser, Wohnungen und Grundstücke, darunter mehrere Inseln. Zudem sollen touristisch interessante Ländereien in Westgriechenland, die ehemalige Anlage des US-Radiosenders "Voice of America" in der Nähe der nordgriechischen Stadt Xanthi (8 Millionen Quadratmeter) sowie ein ehemaliger US-Stützpunkt auf Kreta (Gournes, 750.000 Quadratmeter) verkauft werden.

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Erstellt am 10.01.2012