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Wirtschaft
12/05/2011

A-TEC-Aktie vom Handel ausgesetzt

Am Wochenende wurde die Zerschlagung des Kovats-Konzerns beschlossen. Kleinanlegervertreter Rasinger holt zu einem Rundum-Schlag aus.

Nach dem Scheitern des Sanierungsplans für den Mischkonzern A-TEC von Mirko Kovats ist Montagfrüh an der Wiener Börse der Handel der Aktie ausgesetzt worden. Der einstige ATX-Wert notierte zuletzt bei 84 Cent.

Nach dem Zerschlagungsbeschluss holte Kleinanlegervertreter Wilhelm Rasinger im KURIER-Gespräch zu einem Rundum-Schlag aus. Sei es die Politik, die Industriellenvereinigung oder der A-TEC-Aufsichtsrat - zu viele hätten sich von Kovats blenden lassen. Es sei ein Fehler gewesen, Kovats die Chance zu gewähren, via Sanierungsplan den Konzern zu retten. "Davor habe ich gewarnt", sagt Rasinger. Allein ein Blick auf die Vita von Kovats hätte genügt, um skeptisch zu werden: In den vergangenen 20 Jahren sei Kovats in mehr als 30 Insolvenzen verwickelt gewesen.

Auch der A-TEC-Treuhänder Matthias Schmidt, der nun die verbleibenden Teile des Mischkonzerns verwerten soll, müsse den Anstand haben, sich nach diesen Flop zurückzuziehen. Schmidt habe nicht professionell gearbeitet und nie die kritische Distanz zu Kovats gewahrt, sagt der Kleinanlegervertreter. Schmidt weist diese Vorwürfe gegenüber der APA als "haltlos" zurück.

Die A-TEC-Pleite stuft Rasinger in eine Liga mit den Skandalen rund um Meinl und Immofinanz. Den Gesamtschaden schätzt er auf eine halbe Milliarde Euro. Vor allem die Kleinanleger dürften durch die Finger schauen, da im Zuge Veräußerung der Einzelteile zuerst die Gläubiger befriedigt werden. "Die Aktionäre müssen sich auf eine Null-Nummer einstellen."

Zeit verloren

Durch die missglückte Sanierung habe man wertvolle Zeit verloren. Das wirtschaftliche Umfeld werde nicht besser, höhere Verkaufserlöse seien deshalb nicht zu erwarten, sagt Rasinger. Bis alles abgewickelt, das Geld auf der Kasse und verteilbar sei, "werden wohl noch ein bis zwei Jahre vergehen".

SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter befürchtet indes österreichischen Know-how-Verlust, sofern A-TEC ans Ausland verkauft wird. Sein Vorschlag: Mithilfe der Staatsholding ÖIAG (Post, Telekom, OMV) sollen Rettungsmöglichkeiten geprüft werden.

Am Montag will Mirko Kovats selbst Stellung zu den jüngsten Entwicklungen nehmen.

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