© APA/dpa/Oliver Berg

Aufwertung
01/20/2015

33.000 Euro Schaden pro Franken-Schuldner

In Österreich werden heuer Franken-Kredite im Volumen von 1,2 Milliarden Euro fällig.

6000 österreichische Haushalte werden die Aufwertung der Schweizer Währung heuer bitter zu spüren bekommen. Ihre Kredite laufen nämlich ab. Im Durchschnitt müssen sie 33.000 Euro mehr zurückzahlen als sie noch zu Jahresbeginn dachten. In Summe würden heuer Franken-Kredite im Volumen von 1,2 Milliarden Euro fällig, sagte Helmut Ettl, Vorstand der Finanzmarktaufsicht FMA.

Das sind vier Prozent des Gesamtvolumens von 29 Milliarden Euro, die heimische Haushalte an Franken-Krediten halten. Ohne Aufwertung wären es nur 24,7 Milliarden Euro. Ettl betonte, dass es derzeit keinen Grund zu massenhafter Panik gebe. Den Franken-Kreditnehmern rät er, sich rasch mit ihrer Bank in Verbindung zu setzen. Gemeinsam sollten "maßgeschneiderte Lösungen" vereinbart werden. Viele Kreditnehmer sind laut Ettl noch 2008 eingestiegen, als die Schweizer Währung auf dem Tiefstand von 1,65 Franken pro Euro lag. Ihre Verluste seien besonders hoch. Insgesamt würden die Kursverluste die Zinsgewinne bei Weitem überwiegen.

Auch die Mehrheit der Tilgungsträger dürfte weniger wert sein als zum Zeitpunkt der Kreditaufnahme, glaubt FMA-Vorstand Klaus Kumpfmüller. "Viele Kreditnehmer werden für ihre Rückzahlung länger brauchen als ursprünglich vereinbart", sagte er.

Die Schweizer-Franken-Kredite öffentlicher Hände betragen laut FMA nur 2,8 Milliarden Euro. Der Großteil der Franken-Schulden seien allerdings nicht Kredite sondern Anleihen. Finanzexperte Doralt kritisiert, dass Wien und Niederösterreich die Franken-Verluste nicht ausweisen.

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