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Wirtschaft
09/28/2012

229 Mrd. Euro: Heimischer Schuldenberg wächst

Allein im zweiten Quartal sind die Schulden der Republik um sechs Milliarden Euro gewachsen. Das Finanzministerium sieht den Haushalt im Plan.

Ende Juni betrug die offizielle Staatsverschuldung Österreichs 228,9 Mrd. Euro, so die Statistik Austria in einer aktuellen Mitteilung. Das entspricht 75,1 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP). Im zweiten Quartal 2012 ist der Schuldenberg um sechs Mrd. Euro gewachsen; das gilt als relativ hoch. Verglichen mit dem Vorjahresquartal hat die Republik um 15,4 Mrd. mehr Schulden angehäuft. Laut ursprünglicher Finanzplanung der Regierung sollte der Schuldenstand zum Jahresende 74,4 Prozent des BIP betragen.

Und dennoch sieht das Finanzministerium den Haushalt im Plan. "Wir werden auch 2012 den Bundesfinanzrahmen einhalten", hieß es aus dem Ressort auf APA-Anfrage. Der Grund für die Schuldenbewegungen im ersten Halbjahr und auch im 2. Quartal 2012 sei darauf zurückzuführen, dass in dieser Zeit Anleihen aufgenommen wurden, die für die Tilgung im Juli 2012 benötigt wurden. Per Ende September 2012 werde der Schuldenstand wieder sinken, da die Schuldentilgung im 3. Quartal (Juli) erfolgt sei. Bei den Quartalszahlen gibt es immer wieder größere Schwankungen, in der Regel sinkt der Schuldenstand gegen Ende des Jahres wieder.

Bund - Länder

Im Vergleich zum 1. Quartal beträgt die Veränderung des öffentlichen Schuldenstandes für den Staat insgesamt plus 2,8 Prozent (6,166 Mrd. Euro). Fast der gesamte Anstieg entfiel auf den Bund mit einer relativen Steigerung von 3,3 Prozent (6,366 Mrd. Euro). Beim Landessektor war ein Rückgang der Verschuldung um 21 Mio. Euro zu beobachten. Beim Gemeindesektor stieg die Verschuldung um 1,2 Prozent (108 Mio. Euro), während sie bei den Sozialversicherungsträgern um rund 13 Prozent (287 Mio. Euro) im Vergleich zum Vorquartal zurückging.

Jahr 2011

Die Statistik Austria veröffentlichte am Freitag auch die endgültigen Daten für das Jahr 2011. Demnach lag das Defizit bei 2,5 Prozent bzw. 7,6 Mrd. Euro (2010 waren es 4,5 Prozent bzw. 12,9 Mrd. Euro). Der Schuldenstand betrug mit Ende des Jahres 2011 217,8 Mrd. Euro bzw. 72,4 Prozent des BIP.

Die Staatseinnahmen 2011 in Höhe von insgesamt 144,4 Mrd. Euro stiegen im Vergleich zum Jahr 2010 um 6,7 Mrd. Euro oder 4,9 Prozent an. Gut 91 Prozent der Staatseinnahmen stammten aus Steuern und Sozialbeiträgen, die 2011 in Summe rund 130,9 Mrd. Euro ausmachten (Veränderungsrate gegenüber dem Vorjahr 5,2 Prozent bzw. 6,4 Mrd. Euro).

Die Staatsausgaben stiegen im Jahr 2011 um 0,9 Prozent oder 1,4 Mrd. Euro gegenüber dem Vorjahr an. Dieser geringe Anstieg ist hauptsächlich darauf zurückzuführen, dass einzelne Ausgabenströme wie der Zuschuss aus dem Besserungsschein für die staatliche KA Finanz AG, die " Bad Bank" der Kommunalkredit, im Jahr 2011 wegfielen. 49 Prozent der Ausgaben des Staates entfielen auf Sozialausgaben, die nächstgroße Position ist der Personalaufwand mit 19 Prozent.

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