Strategien für ein klimaresilientes Gesundheitssystem

Porträts von zwei lächelnden Frauen vor einem neutralen Hintergrund.
Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit bündelt interdisziplinäre Expertise aus Wissenschaft, Policy und Praxis.

Jeder hat schon festgestellt, dass Hitze Auswirkungen auf das Wohlbefinden hat. „Hitze ist Hochleistungssport für den Körper“, betont Mag. Dr. Andrea Schmidt, Abteilungsleiterin am Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit. „Bei vulnerablen Gruppen kann sie schwerwiegende Auswirkungen haben.“ Prognosen zufolge werden durch die Klimakrise neue Krankheitsbilder entstehen, die das Gesundheitssystem belasten.

Das Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit“ an der Gesundheit Österreich Gmbh (GÖG) wurde gegründet, um das österreichische Gesundheitssystem klimaresilient und klimaneutral zu machen. „Dabei verfolgen wir drei Ziele“, erklärt Mag. Dr. Ruperta Lichtenecker, Abteilungsleiterin am Kompetenzzentrum Klima und Gesundheit. „Die Bereiche Klimaschutz und Gesundheit zu verbinden, bietet eine große Chance für die Zukunft.“

1. Säule

Die direkten und indirekten Folgen des Klimawandels auf die Gesundheit sind ein wichtiger Part. „Es geht darum, die Klimakompetenz in den Gesundheitsberufen zu stärken“, sagt Schmidt. Für Ärzte, aber auch den Pflegesektor werden Strategien entwickelt, mit denen sie der Klimakrise in Zukunft besser begegnen können. Schmidt: „Es geht durchaus auch um innovative Lösungen, etwa mobile Hitzeteams.“ Studien zu den Auswirkungen des Klimawandels auf die Gesundheit der Bevölkerung ermöglichen in weiterer Folge gezielte präventive Maßnahmen.

2. Säule

Auch die Entwicklung von Strategien und Maßnahmen zur Reduktion von CO2-Emissionen im Gesundheitssektor ist Teil der Agenda. „Das Gesundheitssystem trägt sieben Prozent zum nationalen CO2-Fußabdruck bei“, betont Lichtenecker. „Wir haben das Projekt ,Beratung klimafreundliche Gesundheitseinrichtungen’ entwickelt um Krankenanstalten, Senioren- und Pflegeeinrichtungen, Arztpraxen und Apotheken dabei zu unterstützen, klimafreundlich zu werden“. Die Expertenteams arbeiten mit der jeweiligen Einrichtung vor Ort zusammen und erheben die Daten des bestehenden Energieverbrauchs oder der CO2-Emissionen. „Anhand dieser wird ein Klimaaktionsplan mit Zielen und Maßnahmen erstellt, der auf jede Einrichtung speziell zugeschnitten ist“, erklärt Lichtenecker. „Einzigartig an unserem Projekt ist, dass die Beratung über alle klimarelevanten Felder aus einer Hand kommt.“ Das Projekt ist europaweit best practice und stößt auf sehr großes Interesse. Für die Umsetzung der Energieeffizienz in Krankenanstalten und Pflegeeinrichtungen wurden nun neue Förderschienen in der Höhe von 350 Millionen Euro ermöglicht. „Aber auch für Arztpraxen oder Apotheken gibt es seitens des BMK die Chance, an Förderprogrammen teilzunehmen“, so Lichtenecker.

3. Säule

Die Umsetzung des Health in All Policies-Ansatzes ist das letzte Ziel. Der Fokus liegt auf den Themen Gesundheit und Mobilität, Gesundheit und Ernährungssysteme sowie Gesundheit und Stadt-/Raumplanung. „Es geht um Lösungsansätze für beide Herausforderungen – den Menschen gesund zu machen und zugleich den Klimaschutz zu bedenken“, betont Schmidt. Da das Ernährungssystem bis zu einem Drittel der globalen Treibhausgasemissionen beiträgt, ist die nachhaltige Ernährung ein zentrales Element. Hierfür wird eng mit Gemeinden zusammengearbeitet.

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Eine Frau mit Brille arbeitet an einem Computer mit Diagrammen.