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Teenager machen Zeitung
11/06/2014

Nicolin I., 17

Die Wienerin arbeitete in der CHRONIK-Redaktion an einem Artikel über Vignetten-Sünder.

Ich heiße Nicolin, bin 17 Jahre alt und gehe auf eine VBS. Meine Deutschprofessorin hat mich auf "Teenager machen Zeitung" aufmerksam gemacht, nachdem ich ihr erzählt habe, dass ich mir vorstellen könnte, einmal Schriftstellerin oder Journalistin zu werden. Ich bin mir sicher, dass ich durch dieses Projekt viele wichtige Erfahrungen sammle, meinen – hoffentlich – zukünftigen Job näher kennenlerne und ein paar Ratschläge von den KURIER-Mitarbeiter/innen bekomme.

Am liebsten würde ich einen genaueren Blick auf die Herstellung der Chronik werfen. Aktuelle Themen ergreifen den Leser immer am schnellsten und genau das möchte ich mit meinem Schreiben auch irgendwann erreichen: Den Leser ergreifen und informieren.

Ich hatte dieses Jahr schon einmal die Möglichkeit, meine Schreibfähigkeiten unter Beweis zu stellen, als junge Kritikerin bei den Wiener Festwochen.

Vignettensünder auf Rekordkurs

Günter Hieber kennt alle Ausreden: "Mein Kind hat mit der Vignette gespielt, sie dann aber irgendwo in der Wohnung versteckt" oder "Der Hund hat leider das Pickerl gefressen, ich werde mir aber gleich eines kaufen".

Hieber ist Mautaufsichtorgan – oder ein Vignetten-Sheriff, wie die meisten Autofahrer ihn etwas abfällig nennen würden. "Wie man sich mit der Körpersprache verrät, so gibt es auch eine Autosprache", erklärt er beim Kontrollpunkt am Handelskai. "Wer uns sieht und zum Beispiel besonders dicht auf seinen Vordermann auffährt, ist schon einmal verdächtig. So versuchen sich manche durch die Kontrolle zu schummeln."

Heuer haben die Maut-Kontrollore so viel zu tun wie noch niemals zuvor. 18.721 Vignetten-Sünder sind heuer bis Ende September bereits erwischt worden – das sind bereits mehr als in den meisten Jahren zuvor von Jänner bis Dezember. Auch der bisherige Rekord von 20.157 erwischten Schwarzfahrern aus dem Jahr 2012 (siehe Grafik) wird wohl locker gebrochen werden. Dafür verantwortlich sind vor allem einheimische Fahrer, wie aus einer Anfragebeantwortung von Verkehrsminister Alois Stöger an das Team Stronach hervorgeht.

Über den Grund für diese starke Zunahme bei den Sündern herrscht Rätselraten. Gabriele Lutter, Geschäftsführerin der Asfinag-Maut-Service GmbH, verweist etwa auf drei neue, mobile Kontrollkameras. Dies reicht als Erklärung aber nur bedingt, denn die Zahl der automatischen Vignetten-Kontrollgeräte wurde damit lediglich von acht auf neun erhöht – zwei alte Anlagen sind nämlich nicht mehr einsetzbar.

"Wie man sich mit der Körpersprache verrät, so gibtes auch eineAuto-Sprache."Günter Hieber"Maut-Sheriff"Hieber, der auf der Straße täglich mit den Sündern zu tun hat, vermutet die immer weiter steigende Anzahl der Verkehrsteilnehmer als Hauptursache. Außerdem würden viele das Navigationsgerät verantwortlich machen, dass sie angeblich irrtümlich auf die Autobahn lotst. Sind also die immer häufiger verwendeten Navis schuld?

Nicht so gerne redet man bei der Asfinag hingegen darüber, dass auch die steigenden Kosten der Vignetten etwas damit zu tun haben könnten. Der azurblaue Kleber für das kommende Jahr wird 84,40 Euro kosten; heuer waren es bereits stolze 82,70 Euro. Im Vergleich dazu sind gerade einmal 120 Euro Ersatzgebühr zu zahlen, wenn man ohne gültige Vignette erwischt wird. Theoretisch fährt man also billiger, wenn man in drei Jahren zwei Mal ertappt wird.

Lutter hält die Strafe dennoch für "angemessen". Schließlich könne man um diesen Preis dann nur einen Tag Autobahn fahren statt ein komplettes Jahr wie beim Kauf der Vignette.

Tendenziell ist die Zahl der Erwischten in Wien höher als in den anderen Bundesländern: "Da probieren es doch auch manche, dass sie für eine kurze Fahrt zur nächsten Ausfahrt keine Vignette kaufen", erklärt Hieber. "Bei uns sind etwa ein bis zwei von hundert Fahrzeugen ein Treffer."

Autorin: Nicolin Irk (17)

Kritik an ÖBB-Pendlerzügen: "Da komme ich mir vor wie in Kalkutta"

Am Dienstag zwischen 10 und 11 Uhr lief die KURIER-Hotline heiß. Am Telefon war ÖBB-Manager Michael Fröhlich, der für den Personenverkehr der Ostregion zuständig ist. Gleich nach den ersten Anrufen wurde deutlich, wie sehr die Fahrgäste durch die bevorstehende Umstellung des Fahrplans und die Neuerungen rund um den Hauptbahnhof verunsichert sind. Doch gerade diese Veränderungen sollen für die Pendler eigentlich alles besser machen.

Große Sorgen machen sich die Vielfahrer auf der Weststrecke, wie Frau Hasenöhrl und Frau Schön. Letztere fährt regelmäßig mit den ÖBB nach St. Pölten und meinte in Bezug auf die notorisch überfüllten Garnituren: "Da komme ich mir vor wie in Kalkutta." Frau Schön befürchtet, dass der Hauptbahnhof die Situation noch verschlimmert. Denn mit der Fahrplanumstellung im Dezember werden alle Fernzüge vom Hauptbahnhof aus geführt.

Die Bedenken sind laut Fröhlich aber unbegründet: "Es stimmt, dass die Fernzüge dann die neuen Tunnel nutzen werden. Es kommen aber sogenannte REX-200-Züge dazu, die nur für Pendler da sein werden und die neue Weststrecke über das Tullnerfeld befahren." Diese REX 200 werden laut Fröhlich zirka gleich schnell in St. Pölten sein wie die Fernzüge jetzt. Weil die Weiterreisenden wegfallen, sollen dann auch weitaus mehr Plätze zur Verfügung stehen. Einziger Haken an der Vorankündigung: Diese Pendlerzüge werden erst im Dezember 2015 in Betrieb gehen.

Ostbahn

Zum ungefähr gleichen Zeitpunkt wird auch die S-Bahn Richtung Osten mit neuen Garnituren ausgestattet. Ein großes Problem auf der Fahrt nach Fischamend seien die vielen Fahrgäste, die zum Flughafen müssen, meint Pendlerin Frau Fasslabend. Auch hier soll der Hauptbahnhof eine Verbesserung bringen. "Ab 2015 werden die ICE bis zum Flughafen fahren, die S-Bahn wird daher entlastet", sagt Fröhlich. Außerdem seien für diese Strecke ab 2015 "Cityjets" bestellt, die rund 50 Sitzplätze zusätzlich bieten.

Autorin: Nicolin Irk (17)

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