Waris Dirie lässt die Hüllen fallen

Die Menschenrechtsaktivistin und Bestsellerautorin ist das neue Gesicht der Unterwäschemarke "Mey bodywear".

Waris Dirie ist Menschenrechtsaktivistin, Bestsellerautorin und nach Jahren auch wieder Model: Für "mey bodywear" posierte die 45-Jährige in Dessous vor der Kamera. Das ehemalige Supermodel wollte eigentlich nicht mehr als Mannequin arbeiten, es sei denn, es ginge um einen guten Zweck oder eine wirklich tolle Idee ... Begleitend zur Frühjahr 2011-Kampagne haben die Mutter zweiter Söhne und das Unterwäschelabel die Charity-Aktion "Together for African Women" ins Leben gerufen. Träger der Aktion sind Schals, die in Äthiopien gewebt werden. Der Erlös aus dem Verkauf dieser Schals geht an die Desert Flower Foundation von Dirie, die afrikanische Frauen in ihrer Selbstständigkeit und finanziellen Unabhängigkeit unterstützt. Erhältlich sind die Charity-Schals über www.mey.de. Erst in der Vorweihnachtszeit war Waris Dirie gemeinsam mit ihrer Freundin Liya Kebede auf Plakaten des schwedischen Moderiesen H&M zu sehen.

"Die Kampagne zeigt Menschen, die eine besondere Verbindung zueinander haben: enge Freunde, Geschwister, Eltern und Kinder und Paare. Liya und mich verbindet nicht nur die gemeinsame Herkunft Ostafrika, sondern auch, der Einsatz für Frauenrechte und Frauengesundheit", sagt Dirie.

Ihre Gage investierte Waris Dirie in ein Frauenprojekt in Afrika, das im Januar 2011 vorgestellt werden soll. Waris Dirie schaffte es vom somalischen Nomadenmädchen bis auf die großen Laufstege dieser Welt - und als erste schwarze Frau auf das Cover der Modebibel Vogue.

Sie arbeitete unter anderem für Weltmarken wie Chanel,  Versace und Cartier. 1997, auf dem Höhepunkt ihrer Modelkarriere, sprach Waris Dirie erstmals mit einer Journalistin über ihre Beschneidung und löste damit ein weltweites Medienecho aus. Noch im selben Jahr wurde sie zur UN-Sonderbotschafterin gegen Beschneidung ernannt.

Im Bild: Dirie 2004 bei den "Women's World Award" in Hamburg. 1998 veröffentlichte sie das Buch Wüstenblume ("Desert Flower"), in dem sie unter anderem von ihrem Leben in Somalia und ihrer Beschneidung erzählt. Es folgten die Bücher Nomadentochter ("Desert Dawn"), Schmerzenskinder ("Desert Children" - Bild), Brief an meine Mutter ("A letter to my mother") und ... ... Schwarze Frau, weißes Land ("Black Woman, White Country"). Im Jahr 2002 gründete Dirie die Waris Dirie Foundation in Wien. Die Stiftung sammelt Geld, um auf das weltweite Problem von FGM (female genital mutilation - auf deutsch: Genitalverstümmelung) aufmerksam zu machen und Betroffenen zu helfen. Im März 2005 wurde Waris Dirie die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen.

Im Bild: Dirie mit dem österreichischen Bundespräsidenten Heinz Fischer. Im Jahr 2008 kam es zu einem Skandal und großer Verwirrung rund um die berühmte "Wüstenblume": Während eines Aufenthalts in Brüssel verschwand Dirie spurlos und löste eine Großfahndung der belgischen Polizei aus. Drei Tage später erkannte sie ein Polizist in der Nähe des Grote Markt in Brüssel. Zunächst gab sie an, ihr Hotel nicht mehr wiedergefunden zu haben, später gab jedoch ihr Anwalt bekannt, sie sei einer Entführung und einer versuchten Vergewaltigung durch einen Taxifahrer zum Opfer gefallen. 2009 kam die Verfilmung des Buches Wüstenblume in die Kinos, in dem sie von ihrer Freundin Liya Kebede (l.) und Soraya Omar-Scego (r.) gespielt wird.

Im Juli 2010 wurde Waris Dirie zur Friedensbotschafterin der Afrikanischen Union ernannt.
(KURIER.at) Erstellt am
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