Salzburgs Festspiel-Roben im Style-Check

Damen im Blitzlichtgewitter der Festspielstatt. Wie stilsicher sind sie? Der KURIER fragte Designer nach den Trends.

Alle Jahre wieder absolviert die High Society einen beachtlichen Bühnen- und Fashion-Marathon in der Festspielstadt. Vorgegebene Dresscodes stehen hier auf der Tagesordnung. Doch wie stilbewusst ist die Prominenz? Der KURIER hat bei Österreichs bekanntesten Designern nachgefragt ...

Im Bild: Buhlschaft Birgit Minichmayr. Birgit Minichmayr bestach bei der "Jedermann"-Premierenfeier in einer asymmetrischer Schleppenrobe in Schwarz. Callisti-Designerin Martina Müller:

"Bei den glamourösen Roben für die Salzburger Festspiele sind, meiner Meinung nach, heuer lange, pompöse Schleppen ein absolutes Must-have. Vor allem asymmetrische Fassonen, figurbetonte Schnitte und auch der Empire-Look sorgen dabei für einen perfekten Auftritt bei jeder Vorstellung. In Salzburg darf auch Farbe gekonnt in Szene gesetzt werden, wobei man mit einer schwarzen oder gold-beigen Kreation nie falsch liegen kann." Kirschrot: Helga Rabl-Stadler besuchte die ISA-Gala in der feurigen Trendfarbe von Akris. Atil Kutoglu:

"Genial wäre natürlich, wenn die Damen in Salzburg bereits Modelle aus der neuen Herbst/ Winter-2011/’12-Kollektion ausführen würden. Feine Spitze in theatralische Abend-Roben umgewandelt, sollte dabei eine Rolle spielen. In der kommenden Saison sind extravagantes Kirschrot und Drapierungen ganz besondere Highlights. Aber auch grafische Effekte, Streifen und vor allem Pailletten sind bei den jüngeren Jetsetterinnen absolut passend." Moderatorin Katja Burkard wählte leuchtendes Grün (im Bild mit ihrem Mann, dem österreichischen Journalisten und Medienmanager Hans Mahr). Thang de Hoo:

"Heuer werden bei den Salzburger Festspielen kostbare Stoffe wie Musseline, Satin und Crèpe de Chine in kräftige Farben gehüllt. Dabei ist Rot natürlich die Farbe, wahre Trendsetter greifen aber zu Grün in allen Schattierungen. Die Kombination von Schwarz und Weiß bleibt ein Klassiker, doch muss man mit den Mustern aufpassen, da sie manchmal nicht exklusiv genug wirken könnten. Die Silhouette sollte, in jedem Fall, körperumspielend und fließend sein." Nicole Beutler setzt auf Austro-Couture und trägt zur Premiere der Richard-Strauss-Oper "Die Frau ohne Schatten" eine extravagante Spitzen-Kreation von Atil Kutoglu. Eva Poleschinski:

"Bei glanzvollen Events wie den Salzburger Festspielen sollte man den Dresscode ,lang-bodenlang‘ unbedingt einhalten, wobei eine den Knöchel umspielende Länge, vor allem in Kombination mit festlichen High Heels, frisch-sommerlich und trotzdem elegant sein kann. In diesem Jahr sorgen ausgefallene Materialkombinationen wie Leder in Verbindung mit Seide und Federn für Furore. Dabei liegt man mit Weiß- und metallischen Tönen goldrichtig." Glanzvoll: Renate Thyssen-Henne (an der Seite von Ernst Henne) kam in einer schicken Pailletten-Kreation im Metallic-Ton zur Strauss-Oper. Anelia Peschev:

"In der Festspielstadt wird Glanz und Glamour groß geschrieben. Für meine neue Kollektion ,Belle Époque‘ habe ich mich von den goldenen 20-er-Jahren inspirieren lassen. Sie ist klassisch, zeitlos schön und mit einem Hauch Hollywood-Glamour versehen. Vor allem die glänzenden Satin-Kreationen in Gold passen perfekt auf jede Premiere. Ich liebe üppigen Schmuck zur großen Robe. Ketten mit großen Steinen oder Chandeliers sehen dazu toll aus." Landeshauptfrau Gabi Burgstaller kam zur Eröffnung der Salzburger Festspiele in einer großen Robe in Grün. Nikola Fechter:

"Bei den Salzburger Festspielen kristallisieren sich für mich ganz klar zwei Trends heraus. Zum einen die ,große Robe‘ aus Satin mit eleganter, aufwendiger Schnittführung samt stilvoller Glitzerapplikationen. Unbestritten bleibt aber auch das ,dramatische lange Schwarze‘ ein echter Hingucker auf jedem Red Carpet. Zum anderen bietet sich die leichte, schwarze Sommerrobe aus Seide mit zarten Prints und luftigem Schnitt für große Abendveranstaltungen an." Déjà-vu: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel auf Sparkurs, das Ensemble trägt sie in Salzburg zum 3. Mal. Mondän: Eva Walderdorff in La Hong samt Heldwein-Schmuck bei der "Frau ohne Schatten". Zwei Mal Tostmann-Tracht: Anna Tostmann und Schauspielerin Anja Kruse. Beinfrei: Auch wenn Designer zu Opernpremieren lieber bodenlang sehen, greift Petra Wrabetz bei Strauss zum Cocktailkleid. Im Bild mit Gatten und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz. Topmodisch: Elisabeth Auersperg erfrischend in Stella McCartney bei "Faust" auf der Perner Insel. Vor der Premiere von "La Nozze di Figarro" gab sich die Prominenz die Klinke in die Hand. Helle Kreationen und elegante rote Roben dominierten am heurigen "Grey Carpet" der Salzburger Festspiele. Der übliche Rote Teppich musste gesucht werden, denn die Promis marschierten über den blanken Asphalt. 

Bevor er als "Figaro" brillierte traf der uruguayische Bassbariton Erwin Schrott an der Seite seiner Lebensgefährtin Anna Netrebko ein. Der Opern-Star wählte eine hautfarbene, bestickte Robe und bewies damit Grazie. Ein asymmetrischer Traum in Weiß: Millionärstochter Prinzessin Elisabeth Auersperg Breunner mit Tochter Emilia. Regisseur Gabriel Barylli kam mit seiner Frau Sylvia Leifheit. Die deutsche Schauspielerin wählte eine Beige/Weiß-Kombination mit einem etwas zu hoch angesetzten Beinschlitz. Eine eigenwillige Kreation: Millionärsgattin Renate Hirsch kam in einem weißen "Aladin-Kostüm". Bezaubernd: Gräfin Evi Walderdorff in einer pink-verlaufenden Volant-Robe. Jacki O. trifft Cyndie Lauper: Schauspielerin und ehemalige "Buhlschaft" Sunnyi Melles (mit Clemens Schick) traf mit ihrem zartrosa Kleid und einer leuchtend pinkfarbenen Tasche nicht die beste Wahl. Corinne Flick kam an der Seite ihres Ehemannes und Industrieerbens Gert Rudolf "Muck" Flick in Zartrosa mit einer Spur zuviel Rüschen. Rot zählte zu den beliebtesten Farben des Abends: Karin und Edmund Stoiber. Klassisch elegant in Rot: Filmproduzentin Susanne Porsche in Begleitung von Xaver Schwarzenberg. Ebenfalls in der Farbe der Liebe: Gabriele Inaara Begum Aga Khan in Begleitung von Franz Freiherr von Rassler. Der ehemalige ORF-Intendant Gerhard Zeiler zeigte sich in Begleitung seiner neuen großen Liebe am Asphalt: Alexandra Lohberger, Geschäftsführerin einer Beratungsfirma für Energieversorgungeiner, hatte für die Eröffnung der Salzburger Festspiele ein rotes Kleid im orientalischen Stil gewählt. Tenor Joel Prieto in Begleitung von Malin Bystroem, die in einer asymmetrischen Robe in Blau strahlte. Politikerin Claudia Hübner (mit Wolfgang Porsche) wählte ein lilafarbenes Oberteil über einem grünen Rock, dazu transparente Plateau-Schuhe. Eigenwillig. In einem fliederfarbenen Kleid im Empire-Stil glänzte Möwe-Präsidentin Martina Fasslabend (im Bild mit Gatten und Ex-Minister Werner Fasslabend).
(KURIER, KURIER.at / Jasmin Schakfeh, Christine Scharfetter, lyk) Erstellt am
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