Roitfeld: Von der Vogue-Chefin zum Model

Sie war die Chefredakteurin der französischen Vogue, heute steht sie mit ihren Kindern für Barney's Modell. Plus: Wir haben die Garderobe von Anna Wintour und Co. unter die Lupe genommen.

Wer hätte das gedacht? Nach zehn Jahren an der Spitze einer der wichtigsten Modezeitschriften der Welt, der französischen Vogue, dem Styling für die letzte Chanel-Show und einem Buch, ist Carine Roitfeld jetzt Model. Die 56-Jährige - sie arbeitet derzeit an einer Ausgabe des V Magazines - warf sich für die Herbst/Winter-Kampagne des New Yorker Luxustempels Barney's gemeinsam mit ihren Kindern ... ... Julia (rechts neben Giorgio Armani) und ... ... Vladimir (Bild) vor der Kamera von Mario Sorrenti in Pose. Gekleidet in Rick Owens, Givenchy und Vladimirs eigener Kollektion ist die Familie neben Socialites wie Victoire de Castellane, ... ... Dasha Zhukova und Marie-Amelié Sauvé zu sehen. "Wir wollten in unserer Kampagne jemanden mit ganz außergewöhnlichem Style zeigen, jemanden wie Carine", erklärt Creative Direktor Dennis Freedman.

"Unser Ziel war es, einen persönlichen Eindruck zu erwecken", so Roitfeld ergänzend, die als Begleittext persönliche Statements zu den Fotos verfasste. Leider werden die Bilder der Kampagne erst am 2. September veröffentlicht. Sie zählen zu den wichtigsten Menschen im Mode-Biz, tummeln sich auf den internationalen Fashion Weeks und haben die Macht Designer zu vernichten - die Rede ist von den Vogue-Chefinnen. Ganz oben an der Spitze thront die Amerikanerin Anna Wintour. Ihr wurde lange Zeit das Leben von ihrer "Erzfeindin" Carine Roitfeld - sie wurde als Wintours Nachfolgerin gehandelt - schwer gemacht. Carine Roitfeld war von 2001 bis Ende 2010 die wilde Chefredakteurin der französischen Vogue und bewies schon damals sehr viel Mode-Mut. So erschien sie zum Maskenball des Magazins als leicht bekleidetes Raubkätzchen - sehr gewagt mit einem damaligen Alter von 55 Jahren. Bekannt wurde Roitfeld schlagartig vor etwa drei Jahren, als es hieß, sie würde die mächtige Anna Wintour an der Spitze der amerikanischen Vogue ablösen - Gerüchte, die sich wieder gelegt haben. Aber seitdem blicken alle Augen bei Fashion Shows auf eine zierliche Frau mit tiefschwarz geschminkten Augen und ins Gesicht hängenden Haaren - ein Look, den sich Roitfeld vor Jahren zugelegt und behalten hat. Ende 2010 trat Roitfeld als Chefredakteurin der französischen Vogue zurück, kurz darauf bekam Emmanuelle Alt - die eher Schwarz-Weiß-Kombinationen, anstatt auffälliger Farben trägt - das Zepter in die Hand. Carine Roitfeld ist hingegen bekannt für ihre Stilbrüche - nicht nur bei der Mode. Sie kombiniert unterschiedliche Looks und Farben und trägt Kleidungsstücke teilweise anders als man es erwartet hätte, auch ihr Büro war für eine der einflussreichsten Stylistinnen der Welt eher unkonventionell eingerichtet. So schrieb die Zeit, es sehe eher provisorisch aus: Kahle Wände, ein leeres Bücherregal und ein elektrischer Heizkörper aus dem Baumarkt neben dem Schreibtisch. Ein Zustand, den es bei Anna Wintour, Chefredakteurin der amerikanischen Ausgabe, nicht geben würde. Die immer perfekte und stilsichere Engländerin gilt als der Schrecken der Modewelt. Eine Tatsache, die spätestens seit dem Film "Der Teufel trägt Prada" - dem sie als Vorbild gedient haben soll - bekannt ist. Geht ihr ein Designer gegen den Strich, verschwindet dieser sofort in der Versenkung. Andere wie Marc Jacobs, John Galliano und Stella McCartney machten Karriere, weil sie es so wollte. Die 60-jährige Journalistin sitzt seit 1988 an der Spitze der amerikanischen Vogue und dürfte sich zur Zeit vor allem über den 50er-Jahre-Trend freuen. Die Dame mit der perfekt sitzenden "Helmfrisur" bevorzugt neben Pelz nämlich auch schwingende Röcke, die bis über das Knie reichen. Mittlerweile schafft es Wintour trotz ihres scheinbar eingefrorenen Gesichtsausdrucks auch hin und wieder zu lächeln und ... ... wird in Ausnahmefällen auch ohne Sonnenbrille gesehen.

Wintour und Roitfeld sind aber nicht die einzigen Vogue-Chefinnen auf der Welt: Da gibt es noch Franca Sozzani (r.), eine zierliche Person mit langen blonden Haaren. Die 60-Jährige ist seit 1988 Chefredakteurin der italienischen Ausgabe, zeigt sich aber nur selten in der Öffentlichkeit und ist somit weniger berühmt als ihre Kolleginnen Anna Wintour (l.) und Carine Roitfeld. Die Italienerin verbindet nicht nur das Jahr in dem sie ihre Arbeit bei Vogue aufnahm mit Miss Wintour, sondern auch der Kleidungsstil. Sozzani trägt nämlich ebenfalls gerne weite Röcke in Knielänge, ... ... jedoch - wie es sich für Italiener gehört - mit viel Farbe. Auch in unserem Nachbarland, Deutschland, gibt es eine Vogue, deren Chefredakteurin seit 2003 Christiane Arp ist. Die 47-Jährige bevorzugt schlichte Kleidung in neurtalen Farben und Hosenanzüge.

Im Bild: Arp und Topmodel Claudia Schiffer. In Großbritannien leitet Alexandra Shulman seit dem Jahr 1992 das Mode-Magazin. Die 52-jährige Engländerin kombiniert einerseits gekonnt Trends, wie Fell und Metallic, ... ... greift manchmal aber auch gehörig daneben. Stilbewusstsein unter den Chefredakteurinnen beweist vor allem Aliona Doletskaya. Sie übernahm vor 13 Jahren die Spitze der russischen Ausgabe und achtete bei der Auswahl der neusten Trends immer auf den Glamour-Faktor.
(KURIER.at) Erstellt am
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