Pariser Fashion Week endete mit Gaultier

Jean-Paul Gaultier, "Enfant Terrible" der Modewelt, brachte am Ende der Haute Couture-Schauen in Paris Hendl-Kreationen: Seine Kleider bestanden aus schillernden Stoffen und Federn.

Handwerklich hinreißend und meist alltagstauglich - so lautet das Fazit der Pariser Haute Couture-Schauen für Herbst/Winter 2011/12, die am Donnerstag in Paris endeten. Kollege Jean Paul Gaultier, ewiges "Enfant Terrible" der Modewelt, ... ... wartete mit einer selbst für seine Verhältnisse ungewöhnlichen Schau auf. Mit dem Wort "Kikeriki", übersetzt in verschiedene Sprachen, ... ... und daneben zahlreichen Ausdrücken aus der Ballettwelt waren die Entwürfe von Gaultier überschrieben. Zunächst machte das stutzig, doch mit dem ersten Entwurf war klar, was gemeint war: Die Leichtigkeit von Federn. Ob Nadelstreifenanzug mit Tütü-Schößchen an der Jacke oder schwarzem hocheleganten Abendkleid aus Jersey mit Plissierungen. Alles ließ Spielraum für Bewegung. Es gab auch auffälligere Entwürfe. Schillernde Kleider, die an das Gefieder von Pfauen erinnerten oder papageienbunte Korsagen mit Ballonrock. Eine Liebeserklärung an Paris, seine Pracht und seine Plätze und nicht zuletzt an die große Coco Chanel inszenierte Karl Lagerfeld am Dienstagabend in großartigem Ambiente. "Warte, bis es dunkel wird", schien über seiner Haute-Couture-Schau für das Haus Chanel in Paris für Herbst/Winter 2011/12 zu stehen - sie startete erst gegen 22.30 Uhr. Doch dafür kam unter der nachtdunklen Glaskuppel des Grand Palais der künstliche Sternenhimmel, der Glitzerboden, der regennassem Asphalt nachempfunden war, und die ganze Kulisse, die der Place Vendome nachempfunden war, umso besser zur Geltung. Auch die zentrale Vendome-Säule war zu sehen. Doch statt Napoleon - wie im Original - thronte Mademoiselle Chanel als Figur auf deren Spitze. Der unter Ludwig XIV. angelegte Vendome-Platz gilt als das Herz der Pariser Luxuswelt. Nur wenig mehr als einen Steinwurf entfernt, liegt die von Coco Chanel (1883-1971) einst zu ihrem Hauptquartier erhobene Rue Cambon. Die Chanel-Fashion-Show ließen sich auch Prominente nicht entgehen, unter ihnen (von links): Charlotte Casiraghi, Mario Testino, Elle Fanning und (von rechts) Laura Bailey, Joshua Jackson und Diane Kruger. Wie stark Chanel das modische Empfinden der Moderne geprägt hat, demonstrierte Lagerfeld eindrucksvoll. Die Mannequins traten im Stil der Modemacherin selbst auf - mit dem typischen kleinen runden Hut ihrer späten Jahre, dem Tweedkostüm mit fransenbesetzten Rändern, dem schlichten Jerseykleid für den Abend. Aber auch die Mode aus Chanels Anfängen wurde zitiert: Godetröcke und Jacken mit Ballonrücken im Stil des beginnenden 20. Jahrhunderts. Natürlich wirkte das Ganze trotzdem jung und modern - Lagerfeld ist kein Designer, der wehmütig zurückblickt. Ungewöhnliche Melange-Strukturen in Grau bei den Stoffen, weiche Materialien, zerzaust wirkende Federbesätze, Transparenz-Effekte und lässig wirkende Rüschen und Plissierungen trugen dazu bei. Auch die glitzernden halbhohen Stiefel aus Nylon oder handschuhweichem Leder. Neben Schwarz, Grau und Weiß gab es leuchtende Pink-Töne. Aufgestickte Kristalle oder feine Knopfreihen im Rücken ließen die Couture-Entwürfe kostbar erscheinen. "Chanel ist keine Mode, Chanel ist ein Stil" lautet ein Bonmot von Coco - die Schau lieferte den Beweis dafür. Zum Abschluss: Lagerfelds Braut. Die russische Designerin Yulia Yanina zeigte Mode, die an den sibirischen Winter erinnert. Ihre Entwürfe waren ganz stark von den folkloristischen Einflüssen ihrer Heimat geprägt. Leder, ... ... und Pelz trafen auf transparente Stoffe. Farblich dominierten die Nichtfarben bei Yulia Yanina: Schwarz, weiß und grau gaben den Ton an. Der libanesische Designer Zuhair Murad präsentierte traumhafte Roben und bewies Mut zur Farbe. Ob Rot, ... ... Lila, oder ... geblümt, seine Kreationen ließen die Models zu Prinzessinnen werden. Der Abschluss auch bei Murad: Die Braut. Viel Schwarz/Weiß-Elemente bei dem französischen Designer ... ... Stephane Rolland, doch auch Rolland ... ... versteckte sich nicht vor Farben. Ebensowenig wie Armani. Der legendäre Designer setzte bei der Haute Couture Herbst/Winter Show auf ... ... bunte Hüte und elegante Roben. Diors Braut ist ein Harlekin: Mit Spitzhut, großem Kragen und weiß geschminktem Gesicht präsentierte das Mannequin das obligatorische Brautkleid aus dem Hause Dior.
(apa, KURIER.at / lyk, sog) Erstellt am
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