Kleider machen Leute ...

... oder ist es doch umgekehrt? In dem neuen Buch "Pretty Women" erinnern zwei Frauen an Twiggy, Sisi und Grace Kelly, Kleider und jene Momente, in denen sie zur Legende wurden.

"Kleider machen Leute" - diese Novelle des Dichters Gottfried Keller beinhaltet tatsächlich etwas Wahres, aber auch Leute selbst haben Kleider zu Legenden gemacht. In dem Buch "Pretty Women" unternehmen Margit Schönberger und Katja Maybach mit dem Leser eine Reise durch die Welt von Stilikonen, Modeschöpfern und unvergesslichen Modekreationen. Die beiden Autorinnen starten mit dem wohl ersten Topmodel Europas: Kaiserin Elisabeth von Österreich. Sisi widmete ihre Zeit fast ausschließlich der Schönheitspflege und machte mit ihrem Kleiderwahn den französischen Modeschöpfer Charles Frederick Worth weltberühmt. Ein Jahrhundert später sorgte das Showgirl Josephine Baker dafür, dass ein Nichts von einem Bananenröckchen in die Liste der berühmtesten "Kleider" der Welt aufgenommen wurde.

Im Bild: Nicolle Rochelle als Josephine Baker (l.), Baker selbst (r.). "The Dress" machte 1994 die britische Schauspielerin Elizabeth Hurley international bekannt. Die Schöne erschien damals zur Premiere des Films "Vier Hochzeiten und ein Todesfall" an der Seite ihres damaligen Freundes und späteren Ehemannes Hugh Grant in einer wagemutigen Kreation von Gianni Versace.

Das schwarze Kleid erlaubte nicht nur einen tiefen Blick in Hurleys Dekolleté, sondern wurde seitlich mit riesigen Sicherheitsnadeln zusammengehalten - noch heute sind Trägerin und Robe ein beliebtes Gesprächsthema. Schon vorher hatten Frauen in Bikinis immer wieder für Skandale gesorgt, aber erst die Schweizer Schauspielerin Ursula Andress konnte die knappe Bademode tatsächlich etablieren. Als sie 1962 in "James Bond jagt Dr. No" im wahrsten Sinne des Wortes bewaffnet aus dem Wasser stieg, war der Bann gebrochen. Im Jahr 1962 brachte Kostümbildner Piero Gherardi der Film "La dolce vita" den ersten Oscar für das beste Kostümdesign ein. Ausschlaggebend war dafür mit Sicherheit das elegante "Trevi-Brunnen-Abendkleid", mit dem er aus 'Korsagensicht' ein nicht unschwieriges statisches Problem gelöst hatte. Die bisher erfolgreichste Kostümbildnerin ist jedoch Edith Head. Sie wurde insgesamt 35 Mal für den Oscar nominiert und nahm davon acht mit nach Hause. Am liebsten arbeitete sie mit Grace Kelly (Bild), denn für sie gelangen ihr so perfekte Meisterwerke, dass man meinen könnte, in den Filmen dreht sich alles um die Mode. Bereits Gloria Swanson und Josephine Baker hatten den Smoking zu einem nicht mehr aus der Garderobe der modernen Frau wegzudenkenden Kleidungsstück gemacht. Aber niemand trug ihn so elegant wie die Schauspielerin und Sängerin Marlene Dietrich (l.) in den 30er-Jahren. Eines der meist kopierten Kleider ist wohl jenes von Marilyn Monroe in dem Film "Das verflixte 7. Jahr". Die Szene, in der ihr Kleid über einem New Yorker U-Bahn-Schacht hochwirbelt, ist auch heute noch legendär. Zur Stilikone wurde auch Audrey Hepburn in den 50er-Jahren. Gemeinsam mit Hubert de Givenchy vollendete die Schauspielerin ihren dezent schicken Look. Mit deutlich weniger Stoff schaffte Popstar Cher ihren modischen Durchbruch: Die Künstlerin sorgte in ihren extravaganten Kleidungsstücken stets für Aufsehen.

Im Bild: Cher im Jahr 2010 (l.), in diesem Kleid erschien die Sängerin 1987 zur Oscar-Verleihung. Ebenfalls mit wenig Stoff eroberte die Modeschöpferin  Mary Quants die Welt: Die Britin eröffnete 1955 ihre erste Boutique, später erfand sie den Minirock und leitet damit eine neuer Ära ein.

Allerdings zählt man aber auch John Bates und André Courrèges zu den Erfindern des Minis. Auf den Mini folgten die Hot Pants, gegen die der Minirock schon fast wieder gesittet wirkte.

Im Bild: Schauspielerin und Model Joan Collins provozierte schon immer gerne. Großen Einfluss auf die Mode der 60er-Jahre hatte die französische Schauspielerin Brigitte Bardot. Sie machte nicht nur Jeans zum modischen 'Muss', sondern auch enge Tops, Tellerröcke und das Vichy-Karo in allen Pastellfarben. Eine weitere Ikone wurde dank des Films "Hausboot" im Jahr 1958 auf einen Schlag weltberühmt: Die Vollblut-Italienerin Sophia Loren hatte in dem Streifen nicht nur Cary Grant, sondern auch das goldfarbene Kleid fest im Griff. "Pretty Women - Kleider, Frauen, Storys" von Margit Schönberger und Katja Maybach (erschienen bei Knesebeck, 192 Seiten) gibt einen umfangreichen - etwas unstrukturierten - Überblick über die Welt der Mode, ihre Macher und Ikonen.
(KURIER.at / Christine Scharfetter, Bilder: (8) photopress.at) Erstellt am
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