Karl Lagerfeld ernennt seinen Nachfolger

Der deutsche Modeschöpfer denkt eigentlich nicht ans Aufhören, nannte jetzt aber seinen kolumbianischen Kollegen Haider Ackermann als möglichen neuen Chanel-Chefdesigner.

Der deutsche Designer Karl Lagerfeld ist seit 55 Jahren in der Mode-Branche tätig und denkt eigentlich noch lange nicht ans Aufhören: "Warum sollte ich in einem Alter aufhören, wo Coco Chanel wieder neu anfing? Ich mache weiter wie sie, bis zum Umfallen", hatte der Chanel-Chefdesigner einst in einem Buch gesagt. Doch jetzt sprach er im US-Magazin Numero erstmals über einen möglichen Nachfolger. Der Modeschöpfer verriet der Zeitschrift: "Ich habe einen lebenslangen Vertrag, es hängt allein davon ab, an wen ich diesen später übergebe. Aber im Moment würde ich Haider Ackermann auswählen." Der in Kolumbien geborene Avantgardist Haider Ackermann zählt zu den derzeitigen "upcoming Stars". Nachdem er seine Entwürfe dem Modedesigner Raf Simons gezeigt hatte, ... ... konnte der heute in Paris lebende Designer im Jahr 2001 seine erste eigene Kollektion auf den Markt bringen. Heute sind seine visionären und avantgardistischen Kreationen weltweit erhältlich. In Österreich im Concept Store "Park" in Wien und über das Online-Bestell-Portal www.luisaviaroma.com. Wie das New York Magazine berichtet, war Lagerfeld in der Vergangenheit sehr angetan von den Entwürfen Ackermanns, weshalb er ihn auch zu seiner Chanel Modenschau nach Paris einlud. "Was soll ich dazu noch sagen? Was für ein Kompliment! Es berührt mich zutiefst, etwas derartiges von Monsieur Lagerfeld zu hören", reagierte Ackermann auf das Interview. Dabei will der deutsche Modeschöpfer nach Jahrzehnten in der Luxusbranche jetzt auch den Massenmarkt mit einer eigenen Marke erobern. Voraussichtlich schon kommendes Jahr werde das Multitalent ein neues Prêt-à-porter-Label heraus bringen, das sich an ein breites Publikum richte, teilte Lagerfelds Unternehmen im September 2010 in Paris mit. Die Stücke mit vergleichsweise niedrigen Preisen würden dabei über das Internet verkauft und unter dem Namen "masstige" laufen - eine Wortschöpfung aus "Masse" und "Prestige".

Im Bild: Eine Kreation aus der Herbst/Winter 2010-Kollektion des Designers. "Das Elitärsein der Massen ist seit langen mein Traum", erklärte Lagerfeld. "Ich denke, dass es fast meine Pflicht ist, dies mit meinem Namen zu machen, das ist der Weg der Modernität." Laut Lagerfelds Firma laufen noch Verhandlungen über den Vertrieb und die Herstellung der neuen Kollektion, die in der Herbst-Winter-Saison 2011/2012 starten könnte. Karl Lagerfeld ist seit 26 Jahren Chefdesigner der Luxusmarke Chanel ... und führt unter dem Namen Lagerfeld noch ein eigenes Designerlabel. 2004 hatte der 77-Jährige bereits einmal einen zeitlich begrenzten Ausflug ins Massengeschäft unternommen und rund 30 Modelle für die schwedische Modekette H&M geschneidert. Die Aktion war mit langen Schlangen und Gedränge vor den Geschäften ein durchschlagender Erfolg.

Im Bild: Lagerfeld mit seiner Muse Baptiste Giabiconi.
(apa) Erstellt am
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