Fête Impériale: Weniger Promis, mehr Spaß

"With a little help from my friends": Elisabeth Gürtler scharte statt weißer Pferde Freunde und Tänzer um sich und gab einen locker-eleganten Sommerball in imperialem Ambiente.

Die Fête Impériale in den Räumen und Stallungen der spanischen Hofreitschule soll das sommerliche Gegenstück zu den Opern- und anderen Topbällen der Wintersaison sein. Gastgeberin Elisabeth Gürtler bat am Donnerstag abend zu einem Fest, das ganz locker ohne Politiker-Prominenz auskam.

Sehen und lesen Sie Eindrücke von einem Sommerball, bei dem der wichtigste Gast bis in die Morgenstunden in Hochform war: der Sommer.

Ein alter Bekannter aus Opernball-Zeiten, Thomas Schäfer-Elmayer, sagte an: "Alles Walzer." Später nach seinem Kommentar zu einem Vergleich zu seinem früheren Arbeitsplatz und diesem befragt: "Das kann man gar nicht vergleichen. Das hier ist ein lockerer Sommerball."

Türkis - nicht nur bei den Jungdamen die Farbe des Abends.

Die Musik spielte Strauß rauf und runter. Später gab es dann in den Diskotheken Beatles "With a little help from my friends" und Michael Jackson. Eröffnung durch Minister Nikolaus Berlakovich, einer der wenigen Frackträger an diesem Abend.

Die Kleidung der Gäste ließ durchaus Rückschlüsse zu auf den Habitus des Festes. Man nahm es sommerlich entspannter als bei den großen Bällen im Winter. Das lag auch an den Temperaturen. Was wäre ein Sommerball ohne Sommer?

Auch ihre schweren Orden hatten die Herren daheim gelassen. Dafür trug so manche Dame ein schweres Piercing. Ein Kuss vom Minister Berlakovich für Elisabeth Gürtler. Komplimente gab es für Ihr Kleid, aber auch für das Fest.

Die politische Kaste glänzte sonst eher durch Abwesenheit. Die Ballgäste haben es sicher verschmerzt. Perfekt choreografiert: die Ball-Eröffnung durch das Staatsopernballett, gestaltet von Renato Zanella, ebenfalls früherer Weggefährte Elisabeth Gürtlers in der Opernball-Zeit. Ein Auftakt mit Stil: Die VIP-Gäste der Fête Imperiale wurden mit Pferdekutschen und schwarzen Limousinen zur Spanischen Hofreitschule gebracht. Gastgeberin Elisabeth Gürtler kam mit EU-Parlamentspräsident Jerzy Buzek, Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich und dessen Gattin Ursula stilgerecht in einer Kutsche zum noblen Sommerball. Vorher hatte man sich in den Salons und Restaurants des Hotels Sacher ein feines Papperl servieren lassen. Vielleicht hatte jemand den Gästen hier gesteckt, dass das Catering auf der Fete nicht so der Bringer werden würde und ein Schnitzel oder ein Tafelspitz im Sacher doch empfehlenswert wäre.

Elisabeth Gürtler, die das Sacher betreibt, bewies jedenfalls wieder einmal ihren ausgeprägten Sinn für Synergien. So voll ist das Restaurant nur einmal im Jahr: Am Abend des Opernballs. Vor dem Sacher Gedränge beim Warten aufs Taxi. Wiens imperiale Elite der Festgäste beim Verlassen des Hotels Sacher. Die Garde am Eingang in die Hofreitschule, nicht ganz so blicksicher wie die Kollegen in London, aber schon ziemlich konzentriert bei der Sache. Wie Frau Gürtler im Vorfeld erklärte, war ihr Kleid "eine Hommage an unsere Lipizzaner". Das schwarz-weiße Abendkleid der Gastgeberin stammte vom "Steffl". Was Steffl-Miteigentümer Hans Schmid und seiner Frau sicher Freude bereitete.

Schwarz und Weiß auch deren Outfits. Ebenfalls in Schwarz-Weiß: US-Botschafter William C. Eacho im weißen Smoking und seine Ehefrau Donna in einem schwarzen Abendkleid. Hatten sich die Damen und Herren etwa alle abgesprochen? Society-Löwin Andrea Buday in "Anelia Peschew" wählte die Farbe des Abends: Türkis, ebenso wie ... ... Marion Pelzl in "Brigitte Just". Eintreffen von Maria Rauch-Kallath neben Ali Mensdorff-Pouilly, unterwegs in die VIP-Stallungen, zu denen nicht jeder Zutritt hatte. Gery Keszler und Stadträtin Renate Brauner. Wiens Vizebürgermeisterin Renate Brauner kam in einem violetten Kleid - und das aus einem bestimmten Grund: "Ich habe eine Farbe gewählt, die meinem Bürgermeister (Michael Häupl, Anm.) Freude macht." Häupl ist Fan des Fußballvereins Wiener Austria, dessen Dressen violett sind. Er hat sich sicher sehr gefreut über dieses Kleid, der Bürgermeister. Produzent Purzl Klingohr hatte Spaß, flüchtete aber bereits kurz nach der Eröffnung: "Ich bin nur meiner Frau Inge zuliebe hier, da sie die Lipizzaner sehr unterstützt."

Im Bild: Wo ist Purzl? Inge Klingohrs Söhne Niki und Nils blieben bei ihrer Mutter. Es-Miss-Austria Christine Reiler ist seit Kurzem auch promovierte Frau Doktor. Auf der Fête Imperiale erschien sie in einer traumhaften Seidenrobe in Bronze. Die thailändische Botschafterin Nongnuth Phetcharatana und der deutsche Botschafter Hans Henning Blomeyer-Bartenstein beim Eintreffen am Michaelerplatz. Sopranistin Alexandra Reinprecht vor ihrem großen Auftritt. Ex-OMV-Boss Wolfgang Ruttenstorfer wählte auch einen weißen Smoking. Seine Ehefrau Beate trug ein sommerliches Kleid mit Schlangenprint und kombinierte dazu eine Clutch in Koralle. Sommerliche Pastellfarben: Maya Langes-Swarovski in Mintgrün und Sonja Klima in einer Robe im trendigen Nude. Sandra Cervik trägt schimmerndes Grau. Bei ihr in der Kutsche: Herbert Föttinger im schwarzen Smoking. Interessant, dass viele der prominenten Gäste kurz nach der Eröffnung unsichtbar wurden. Big Bosse beim Ballgeflüster: KURIER-Chefredakteur Helmut Brandstätter mit seiner Frau Patricia Pawlicki (li.) und ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz mit seiner Petra. Frank Stronach, selbst ein Freund der Pferde, begrüßt den einzigen Lipizzaner, der noch nicht in die Sommerfrische abgereist war. Die anderen hatten ihre Ställe fürs Ball-Catering geräumt. Das sorgte in den Sälen für eine erfrischende Duftnote. Er tanzte später noch mit seiner Begleitung Kathrin Nachbaur ausgiebig. Stiller Gast: Helmut Lohner. Gery Keszler freute sich wohl, dass es in Wien jetzt neben dem Life-Ball einen zweiten Ball gibt, der nicht ausschließlich die Vergangenheit zitiert. Denn das Styling dieses Festes war erfrischend professionell, bunt und alles andere als abgedroschen. Dass die Logos der Sponsoren sich immer wieder ins Blickfeld des Gastes drängten, trübte den guten Eindruck, aber nur wenig. ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz legte mit seiner Petra eine flotte Sohle aufs Parkett. Er hüpfte streckenweise so aufgekratzt über die Tanzfläche, als wäre die ORF-Wahl schon vorbei. Ein Lied auf das alte Wien:  Alexandra Reinprecht sang Lehár. Ihr Wagen wurde von einem Lipizzaner gezogen. Der dachte sicher: "Spinn ich, ich bin Lipizzaner und kein Fiakergaul." Doch die Pferde profitieren ja von der imperialen Fête, deren Erlöse in ein Forschungsprojekt fließen. Klicken Sie weiter durch die illustre Gästeschar der Fête Impérial.
(KURIER.at / ar, sog, Marion Hauser) Erstellt am
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