Fashion Week Backstage: Poleschinskis Countdown

Nicht jedes Model ist für den Laufsteg geeignet und noch viel weniger können in High Heels laufen. KURIER.at hat Designerin Eva Poleschinski bei den letzten Vorbereitungen zur "MQ Vienna Fashion Week.11" begleitet.

In wenigen Tagen, genauer gesagt am 14. September um 21 Uhr, wird Eva Poleschinski mit ihrem Label [ep-anoui] die Frühjahr/Sommer 2012-Kollektion "d'fender" auf der "MQ Vienna Fashion Week.11" präsentieren. Nach dem Defilee in Berlin, ist es in Wien für die junge Designerin ein besonderes Ereignis, denn hier ist die Stimmung viel gewaltiger, sagt Eva.

KURIER.at hat Eva Poleschinski bei den letzten Vorbereitungen begleitet ... Nach drei Jahren im Business weiß Eva: "Ich brauche für die Show Schuhe, in die man schnell hineinschlüpfen kann." Ihre weiblichen Models werden auch während der dritten Vienna Fashion Week High Heels tragen. Im Wiener Store ihres Kooperationspartners Buffalo Shoes wählte sie passend zu ihrer Kollektion jeweils ein paar rote, schwarze und graue Schuhe. Außerdem die lachsfarbenen Schuhe "Magic Flower", dessen Blumen abnehmbar sind und das gesammte Modell somit wandelbar ist. "Sie wurden mit dem "Joy Trend Award 2011" ausgezeichnet", erklärt Store Managerin Saskia Kröber. Für die Herren wählte Eva Poleschinski schwarze Boots und graue Schnürschuhe. Für Schuhe, Musik und Showablauf hat die Designerin sich bereits entschieden, fehlen eigentlich nur noch die Models. Nachdem sie von den Organisatoren der MQ Vienna Fashion Week - Zigi Mueller, Elvyra Geyer und Maria Oberfrank - einige zur Verfügung gestellt bekommt, möchte sie nur noch wenig dazubuchen. Da man sich nicht Unmengen an Mädels und Burschen ansehen kann, wurde gemeinsam mit Assistentin Cecilia (alias Elfe) eine erste Auswahl mittels "Sedcarts" (Bewerbungen mit Fotos und Körpermaßen) getroffen. Anschließend fragte Eva bei den jeweiligen Agenturen nach der Verfügbarkeit und lud die Models zu einem "go and see" ein. Hierbei kann sich der Designer die Personen genauer ansehen und prüfen, ob sie sich für sein Vorhaben eignen. Während Eva das "go and see" organisierte, widmete sich Cecilia den "goody bags" (auf deutsch Geschenktüten), die die Besucher bei der [ep_anoui]-Show auf ihren Plätzen finden werden. Die zu angesagten Clutches geformten Taschen werden neben kleinen Präsenten der Kooperationspartner mit einem Fächer des Labels gespickt. Bevor die ersten Models eintrudelten, überprüfte Eva noch einmal die ausgewählten Teile für die Fashion Show am 14. September. Darunter ein grauer Blazer für Männer, ... ... ein ausladender Rock mit Metallic-Details, die sich übrigens durch die gesamte Kollektion ziehen, und ... ... ein Lederkleid im hellen Pastellton. Das Herzstück der Frühjahr/Sommer 2012-Kollektion sind Turbane in den unterschiedlichsten Farben. Dann das Warten auf die Models. Immer eine nervenaufreibende Sache, denn oft sind die Mädchen zwar hübsch, können aber nicht laufen, ... ... schon gar nicht auf High Heels - eine unumgängliche Bedingung für eine Fashion Show, "da das Ganze immer nur so gut ist, wie das schwächste Glied", so Eva. Pünktlich traf das erste Model im [ep_anoui]-Showroom in der Florianigasse 60, im 8. Bezirk, ein und bereits jetzt zeigte sich, wie schwer es ist, die perfekten Models zu finden. Zwar konnte das ungarische Mädchen gut auf den High Heels laufen, ... ... entsprach aber nicht Evas Vorstellungen für ihre Show. Model Nummer 2 waren die Schuhe einmal zu klein, dann wieder zu groß und ... ... sie hatte somit Schwierigkeiten sich auf den Beinen zu halten. Außerdem möchte Eva Poleschinski ihre Mode von speziellen Typen mit Besonderheiten, wie ... ... lange Haare oder abstehende Ohren, präsentieren lassen. Ein großer Wunsch der Designerin für den 14. September: ein rothaariges First Face (erstes Model). Nur rote Haare alleine reichen auch hier nicht - eigentlich eben gerade beim ersten Gesicht nicht, startet es doch die Show und soll mit Ausstrahlung sowie Selbstbewusstsein eine gelungene Modeschau einläuten. Ein wichtiges Kriterium sind außerdem die Maße, schließlich muss die Designerin ja wissen, ob die Mode passt, oder sie besonders viel ändern müsste. Highlight des ganzen "go and sees" waren die Modelbooks (eine Sammlung von Fotos), ... ... welche nur zwei von zehn Models bei sich hatten. Nach einem langen Tag mit nicht gerade zufriedenstellendem Ergebnis freute sich Eva Poleschinski auf eines ihrer fixen Models, Beate Barton (Wienermodels). Für die Designerin ist sie eines der besten Laufstegmodels und durfte ... ... auch gleich für das Probe-Make up herhalten. Eva Poleschinski wünscht sich ein sehr blasses Make up, das ein wenig an den Tod erinnert: "Das mag ich", flüsterte die Modeschöpferin. Nach dem Concealer - der dunkle Stellen wie Augenringe abdeckt - trug Make up-Artist Patrick Glatthaar eine helle, flüssige Grundierung mit dem Pinsel auf. Anschließend verwendete er aus seiner MAC-Produktpalette festes Puder, um jeglichen Glanz aus dem Gesicht zu zaubern. Dann waren die Augenbrauen dran. Diese verstärkte Patrick nach dem derzeitigen Trend mit Lidschatten. Um den gewünschten "Sleek Look" zu perfektionieren, trug der Make up-Artist Lidschatten in Braunnuancen auf ... ... das obere und ... ... das untere Augenlid auf. Zwischendurch gab es für Model-Hund Jessie (ihre Besitzerin ist Beate) Wassermelone - ein kleine Erfrischung muss schließlich sein. Um den Sleek Look perfekt herauszuheben kam um die Augen noch ... ... etwas Vaseline. Alles natürlich unter den strengen Augen von Modeschöpferin Eva Poleschinski und Jessie. Zu guter Letzt hebte Patrick die Lippen mit Lipgloss hervor. Fertig ist das Make up und die Designerin zufrieden. Bleibt jetzt nur abzuwarten ob Eva Poleschinski noch ihr rothaariges First Face findet, oder ob doch ein ganz anderer Modetyp den Laufsteg am 14. September, um 21 Uhr, rocken wird.

Im Bild: Modedesignerin Eva Poleschinski, Make up-Artist Patrick Glatthaar und Model Beate Barton, von links nach rechts.
(KURIER.at) Erstellt am
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