Berlin Fashion Week: Multikulti lebt!

Michael Michalskys Show zeigt, wie Mode Grenzen überschreitet und politische Statements setzt. Die Trends bislang: Lange Kleider, bunte Farben und Schwarz/Weiß-Kombinationen.

Berlin Fashion Week: In der Stadt an der Spree tummeln sich weiterhin namhafte Designer und junge Talente. Am Brandenburger Tor präsentieren bis Samstag Designer und Label wie Hugo, Rena Lange, Michalsky, Kostas Murkudis, Perret Schaad, Diesel und Escada Sport ihre Frühjahr/Sommer-Kollektionen. US-Designer Marc Jacobs ist als Schirmherr eines Talentwettbewerbs dabei. Inspiriert ausgerechnet von Bundeskanzlerin Angela Merkel - aber auf dem Laufsteg alles andere als konservativ: Modedesigner Michael Michalsky (44) kleidet im nächsten Sommer Frauen und Männer in futuristischer Folklore-Mode in sanften Farben. Er präsentierte seine Ideen am Freitagabend So waren etwa T-Shirts im Stil muslimischer Oberhemden kombiniert zu blaugrauen Hosen zu sehen. Selbst die Schuhe waren eine Vermengung der Weltkulturen: Cowboystiefeln gekreuzt mit einem orientalischen Schnabelschuh mit aufstehender Spitze. Michalskys Idee dahinter ist der Toleranz von Anderssein in Deutschland: "Was mich vor sechs Monaten unheimlich gestört hat, als ich angefangen habe, die Kollektion zu konzipieren, war die Aussage, dass Multikulti tot sei - dieses Statement von Angela Merkel und parallel dazu die Sarrazin-Debatte", erläuterte Michalsky vor der Schau der Nachrichtenagentur dpa. "Ich finde, dass ist vollkommen falsch. Das ist die Würze des Lebens - und gerade in einer Stadt wie Berlin, die mich inspiriert." Allerdings musste man die Folklore in den Entwürfen gezielt suchen, denn nur kleine Elemente waren eingebunden in einen sehr modernen, klaren Schnitt mit hellen, dezenten Farben. Daneben hatte Michalskys erste Bademoden-Kollektion mit dem Modeunternehmen Lascana Premiere. Zu den rund 1.400 Gästen der zehnten "StyleNite" im Tempodrom zählten Lily und Noah Becker und Berlins regierender Bürgermeister, Klaus Wowereit (SPD/57) sowie klangvolle Namen der deutschen Schauspiel- und Musikszene. Die "StyleNite" gehört zu den Höhepunkten der Fashion Week in Berlin, die noch bis Samstag läuft. Dieses Jahr ist Österreich mit Lena Hoschek, Michel Mayer und Eva Poleschinski in Berlin vertreten. 

Im Bild: Models von HUGO. Das Label HUGO setzte auf klare Linien, Schwarz/Weiß-Effekte und kräftige Farben. Blautöne kamen nicht zu kurz - auch bei der Herrenkollektion. Die Österreicherin Michel Mayer präsentierte androgynen Chic in Pastelltönen. Extrem cool, aber wenig Straßentauglich: Superated. Colour-Blocking und bunte Farben, sowie ... ... Schwarz/Weiß-Effekte bei Rena Lange. Bunte, knallige Farben waren bei Schumacher zu sehen, ... ... ebenso wie lange und kurze Kleider. Das Label Laurel ließ sich von den 70ies inspirieren. Auch hier wieder mit Hut, denn der ist nächsten Sommer Pflicht. Coole, leichte Kleider bei Laurel. Matte Farben bei Eva and Bernard. Der deutsche Designer Guido Maria Kretschmer setzte auf edle Kleider in Schwarz/Weiß-Optik und ... ... lange Roben. In Jeans präsentierte "Germany's Next Topmodel" Sara Nuru die Kollektion von Camp David und Soccx. Frida Kahlo trifft futuristisches Design, bei Patrick Mohr. Pastelltöne und fließende Stoffe präsentierte Allude. Den Auftakt bestritt am Mittwoch der deutsche Designer Michael Sontag (Bild). Er begeisterte mit lässiger Schnittführung und wallenden Kleidern, Farbtupfer war ein appetitliches Erdbeereis-Rosa. Sontag überzeugte mit leichten, fließenden Stoffen. Später stand die Österreicherin Lena Hoschek auf dem Programm. Hoschek präsentierte einmal mehr Designs im Look der 50ies. Rot, geblümt und kecke Hütchen, ein echter Hingucker. Doch nicht nur kurze Sommerkleidchen fand man in Hoscheks Kollektion, auch edle Roben, wie diese in Goldgelb. Hoschek kombinierte den Charme der 50er mit durchsichtigen Oberteilen. Als Krönung die Braut in einem Traum aus elfenbeinfarbener Spitze. Kurz, bunt und fedrig lautete die Devise bei dem italienischen Modeschöpfer Dimitri. Ebenfalls zu sehen bei dieser Kreation. Aber Dimitri konzentrierte sich nicht nur auf Federn, auch lange, sexy Kleider standen im Mittelpunkt. Auch das Label C'est tout setzt auf lange Kleider als Trend für den nächsten Sommer. Helle Pastelltöne, leichte Stoffe und Plateausandalen. 

Im Bild: C'est tout. Futuristisch ging es am Laufsteg von Markus Schmidbauer zu. Er kombinierte die Zukunft mit ... ... durchsichtigen Blusen im Stil der 90er. Der "Designer for Tomorrow"-Award ging an die Designerin Alexandra Kiesel. US-Designer Marc Jacobs überreichte den Preis an die Jungdesignerin. Sie kombinierte Stewardessen-Chic mit bunten Farben. Kurz, sexy und bunt war auch bei Strenesse zu bewundern. Doch auch seiner klassisch, eleganten Linie blieb das Label treu und peppte es mit grellen Gelbtönen auf. Kurz und cool war das Motto von Diesel. Ein Trend, der sich bereits abzeichnet: Hüte sind im nächsten Sommer nicht aus der Mode wegzudenken.

Im Bild: Diesel.
(KURIER.at / ar, Lydia Kozich) Erstellt am
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