AND_i: "Ich bin anders als die Anderen!"

Der international erfolgreiche Schmuckdesigner Andreas Eberharter wird Freitagabend auf der MQ Vienna Fashion Week seine neue Kollektion präsentieren. KURIER.at traf ihn vorab zum Interview.

Eines der Highlights der diesjährigen "MQ Vienna Fashion Week" ist die Show von AND_i  Freitagabend um 22 Uhr. KURIER.at traf den österreichischen Goldschmied und Bildhauer Andreas Eberharter in seinem neuen Atelier, in der Hohlweggasse 12, 1030 Wien, zum Interview.

KURIER.at: Ihr Schmuck ist sehr ausgefallen, woher kommt das? 
Andreas Eberharter: Das ist eigentlich schön langsam so entstanden. Mir war es einfach immer schon wichtig anders zu sein als die Anderen. Und mir ist es wichtig eigenständig zu sein, weil irgendetwas nachmachen oder etwas entwerfen, das es bereits tausend Mal gibt, das würde mir einfach keine Freude machen. Mir muss taugen was ich mache und ich muss dahinter stehen können. Wichtig ist halt, dass ich meine eigene Form- und Designsprache habe. Sie sind aber kein klassischer Goldschmied, oder?
Das hab ich zuerst gemacht und später noch Bildhauerei dazu. Goldschmied war mir irgendwie, nicht zu fad, aber ich hab gemerkt, dass da ziemlich schnell die Grenzen da sind. Jetzt vereine ich die Arbeitstechniken und arbeite so nicht wie ein klassischer Goldschmied, sondern teilweise mit ganz anderen Methoden und Techniken – mit einem ganz anderen Zugang. War Ihre Berufswahl ein Kindheitstraum?
Nein überhaupt nicht, das war ganz spontan. Ich hab im Fernsehen etwas gesehen, wo Kinder Schmuckskizzen gemacht haben und diese dann umgesetzt wurden. Dieser Sprung von der Skizze zum fertigen Stück hat mich extrem geflasht. Das wollte ich auch können und hab sofort die Schule gewechselt.

Im Bild: Eine Kette aus der aktuellen Kollektion "totem". Woher holen Sie sich Ihre Inspiration?
Viel im Urlaub, natürlich abseits von den ganzen Touristengruppen. Zum Beispiel diese Ringe sind eigentlich das Ober- und Unterkiefer von einem Papageifisch, das ich in Ägypten gefunden habe. Zurzeit inspiriert mich also auch die Natur. Sonst bewege ich mich immer zwischen Tribalismus und Science Fiction. Ich hab` da so meinen ganz eigenen, schrägen Stil entwickelt. (lacht) Haben Sie Angst, dass Ihnen irgendwann einmal die Ideen ausgehen könnten?
Nein! Es ist irgendwie so ein Prozess, ich muss eigentlich keine Ideen sammeln. Wenn ich mit einer Kollektion fertig bin, habe ich schon wieder so viele Ideen, das ich die nächste nur mehr machen brauche. Und dadurch, dass ich immer wieder für andere Leute designe, komme ich wieder auf ganz andere Ideen oder neue Arbeitstechniken ... ... Und dadurch, dass ich immer wieder für andere Leute designe, komme ich wieder auf ganz andere Ideen oder neue Arbeitstechniken.

Im Bild: "Peace"-Helm aus der Kollektion "totem". Sie haben bereits viele Stars wie Lady Gaga ausgestattet, wie kam es dazu?
Bei Lady Gaga war es so, dass ich für Thierry Mugler eine Kollektion gemacht habe und das ist dann über deren Showroom gelaufen. Heute kommen ihre Stylisten natürlich in meinen Showroom in Paris. Gibt es einen bestimmten Star, den Sie gerne einmal ausstatten würden?
Wen ich noch sehr gerne hätte, wäre die Kate Moss. Sie könnte ich mir in einer meiner neuen Masken sehr gut vorstellen. Kann jeder Mensch alles tragen? Zum Beispiel Ihre berühmte Augenklappe?
Es steht sicher jedem, aber es muss einem einfach taugen. Ich hab aber schon Männer und Frauen-Kollektionen, trotzdem ist das Meiste aber sehr unisex. Sind Gold und Silber Ihrer Meinung nach kombinierbar?
Das ist Geschmackssache, aber mir gefällt es nicht. Ich finde es schöner Gold mit Schwarz oder Silber mit irgendetwas anderem zu kombinieren. Tragen Sie selbst viel Schmuck?
Ja, vom Gürtel über Ringen bis zu einem dezenten Ketterl. Ich teste meine neuen Sachen meistens und wenn’s mir taugt, gebe ich es nicht mehr runter. (lacht) Wie viel Schmuck auf einmal ist verträglich?
Das ist vom Typ abhängig, also bei manchen passt es, die können sich voll zubinden, wo wieder andere, mit genau dem selben, voll peinlich aussehen würden.

Im Bild: Kiera Chaplin in AND_i. Wie wichtig ist Ihnen Mode?
Ich persönlich bin nicht so der Modeguru. Natürlich muss Gewandt gut aussehen und man muss sich darin wohl fühlen.

Was sollte Mann auf jede Fall im Kleiderschrank haben?
Eine Jeans. Wie wichtig ist für Sie die Vienna Fashion Week?
Heuer ist sie für mich wichtig, weil ich mein neues Atelier bewerben will. Die Fashion Week ist eine gute Plattform meine neusten Sachen zu zeigen. Und ich find’s gut, dass überhaupt so etwas gemacht wird.

Nicht verpassen: Freitag, 16. September, um 22 Uhr bei der MQ Vienna Fashion Show.
(KURIER.at) Erstellt am
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