Stars 21.04.2018

Vera Int-Veen: Hab' Bock auf Menschen

© Bild: ViennaPress / Andreas TISCHLER

Die deutsche Talkshow-Pionierin im Gespräch mit dem KURIER über Gefühle, Glück und gute Laune

Über 10.000 Studio-Gäste, herzzerreißende Geschichten und manchmal auch ein bisserl Fremdschämfaktor – zehn Jahre lang war Moderatorin Vera Int-Veen mit ihrem Talk-Format „Vera am Mittag“ in den heimischen Wohnzimmern zu Gast – seit 2007 führt sie auf RTL in „Schwiegertochter gesucht“ amüsant einsame Herzen zusammen.


Jetzt war die sympathische Westfälin in Wien zu Gast bei der Geschäftseröffnung der Schmuckdesignerin Gabriele Iazzetta –  Geschmeide mit Mehrwert, den Ringen, Armbändern und Ketten werden nämlich gewisse Kräfte nachgesagt. „Ich glaube an viele Dinge, die man nicht fassen kann. Das sind ja Gefühlsdinge und ich bin ein ganz gefühlvoller Mensch und sehr gefühlsduselig und ich glaube da schon dran, dass es viele, viele Dinge gibt, die wir erstmal so nicht begreifen, aber die unterstützend sind“, so Int-Veen.

 Die Moderatorin trägt übrigens auch immer Glücksbringer immer bei sich. „Ja, es gibt so ein paar blöde Sachen. Die habe ich in meinem Portemonnaie. Das ist so ein Kegel, den habe ich von meiner Mutter. Die war im Kegelklub. Dann habe ich so einen Stein auch. Den habe ich immer im Rucksack. Nicht, dass ich diese Dinge  permanent in der Hand hab, aber die müssen immer dabei sein“, lacht sie.

Eigentlich würde sie es jetzt gerne einmal etwas langsamer, etwas ruhiger angehen lassen. "Ich finde, dass es bis jetzt gut gelaufen ist bei mir und ich habe jetzt gar nich so das große Interesse da noch zwei, drei neue Projekte anzunehmen. Ich lasse mich immer überraschen, was da kommt. Das höre ich mir immer an und dann sage ich: 'Ja, nein, vielleicht'. Aber momentan bin ich wieder mitten in der Produktion von 'Schwiegertochter gesucht' und das dauert ja immer lange. Wir produzieren immer lange, lange Monate, damit bin ich im Moment echt gut ausgelastet."

Zehn Jahre lang moderierte sie den Talk "Vera am Mittag" © Bild: APA/APA/obs/Sat.1/Gregorowius

Die Moderatorin setzt sich aber auch im Privatleben gerne mit Menschen auseinander. „Ich hab’ Bock auf Menschen. Ich kann eigentlich nix, außer dass ich wirklich Lust hab’ auf Menschen und gern zuhöre und auch gern etwas über sie erfahre. Da muss man Spaß dran haben. Ich möchte auch, wenn ich in die Bäckerei komme, wissen, wie die Frau heißt, die mir meine Brötchen verkauft und ich möchte auch wissen, ob es der gut geht. und wenn die braungebrannt hinter dem Tresen steht, dann frage ich auch: 'Waren Sie im Urlaub? Wo waren Sie?' Das ist ein Interesse. Da habe ich Lust drauf, auch im Privaten. Ich glaube, das mache ich auch im Fernsehen und dann öffnen sich die Leute und dann ist das einfach in so ein Gespräch zu kommen."

Also: Starallüren – Fehlanzeige! „Wenn die Leute auf der Straße fragen, ob sie ein Selfie mit mir machen können, dann freue ich mich darüber. Wir sind Dienstleister, die im Fernsehen arbeiten. Wir sind nix Besonderes und wir leben davon, dass das Publikum uns mag. Und wenn ich dann am Flughafen oder hier in der Stadt bin und Leute das erkennen: 'Oh, Sie sind doch die aus dem Fernsehen', freue ich mich total. Das ist ja auch eine Wertschätzung meiner Person. Das ist nicht lästig."

Nicht nur beim Selfie-Machen, auch sonst hat Int-Veen keinerlei Berührungsängste mit den neuen Medien, wobei sie dem Ganzen dann doch keinen allzu hohen Stellenwert zuschreibt. "Ich glaube, in meinem Alter ist das nicht mehr so wichtig, weil das ist ja nicht mein Beruf. Ich bin ja nicht plötzlich Influencer oder Blogger oder keine Ahnung, wie die heißen. Das (Veras Instagram-Account - Anm. d. Red.) ist aus einer Wette entstanden mit meinen Neffen, die natürlich in dem Instagram-Alter mit 18 und 20 sind. Die haben letztes Jahr gesagt: 'Du bist zu alt für Instagram. Bis Weihnachten wirst du keine 5000 Follower haben.' Dann habe ich gefragt: 'Ja, was muss ich denn machen?' 'Ja, ein paar Fotos machen, was drunter schreiben.' Dann habe ich mich ein bissl reingearbeitet. Dann habe ich langsam angefangen und jetzt habe ich da auch einen sehr netten Kontakt mit den Leuten, die mir schreiben.

Genau dieser Kontakt zu den Menschen ist der Moderatorin auch besonders wichtig: "Ich poste jetzt nicht jeden Tag, weil ich nur was poste, wenn ich auch antworten kann. Wenn ich die Zeit habe, die Kommentare zu lesen. Weil auch das ist eine Wertschätzung, wenn die Leute mir was schreiben, dann kann ich das nicht ignorieren. Ich finde, dann muss man das lesen. Ich weiß nicht, wie das diese großen Stars haben, die drei oder vier Millionen Follower haben. Die schaffen das nicht mehr. Aber ich bin bei 23 000 oder 24 000. Da schreiben 400 bis 500 Leute. Wenn ich das weiß, dann kann ich zurückschreiben und dann ist das ein netteres Miteinander."

 

 

 

 

 

 

 

( kurier.at ) Erstellt am 21.04.2018