Trennungsgerüchte am spanischen Königshof

Der spanische Kronprinz Felipe verbrachte den Jahreswechsel ohne seine Frau Letizia. Grund genug über eine mögliche Trennung zu spekulieren.

Für das spanische Kronprinzenpaar beginnt das neue Jahr mit Trennungsgerüchten: Kronprinz Felipe (42) fuhr ohne seine Gattin Letizia  (38) in offizieller Mission nach Brasilien und verbrachte dort den Jahreswechsel. Warum der Kronzprinz seine Frau nicht auf diese offizielle Reise mitnahm ist nicht bekannt und gibt Anlass zu Spekulationen. Gemeinsam mit einer spanischen Delegation gratulierte Felipe der neuen brasilianischen Präsidentin Dilma Rousseff zur Angelobung. Gegenstand des Treffens waren die wirtschaftlichen und kulturellen Beziehungen zwischen Spanien und Brasilien, sowie der Stand der Zusammenarbeit, mit dem sich beide zufrieden zeigten. Nur eine fehlte im Bild: Kronprinzessin Letizia. Dabei schien kurz zuvor noch alles in Ordnung. Am 23. Dezember nahm das Paar an der Gedenkfeier anlässlich des 100. Geburtstages von Maria de las Mercedes de Borbon Orleans, der Mutter von König Juan Carlos, teil. 

Im Bild (v. li.): Inaki Urdangarin, Prinzessin Cristina von Spanien, Prinzessin Elena von Spanien, Letizia, Felipe und Königin Sofia mit König Juan Carlos I. Einen Tag zuvor besuchte die gesamte Königsfamilie das Charity-Tennis-Match zwischen Rafael Nadal und Roger Federer.

Ob es eine einfache Erklärung für das Fehlen der Prinzessin bei dem offiziellen Treffen in Brasilien gibt, oder ob es tatsächlich schlecht um das Eheleben der beiden steht, wird sich 2011 weisen.

Im Bild: Felipe mit Tochter Sofia und Letizia. Das Eheglück des spanischen Kronprinzenpaares steht bereits seit einiger Zeit immer wieder zur Diskussion in den Gazetten. Erst vergangenen September wurde eine Skandalbiografie über Letizia veröffentlicht, die bei der Königsfamilie auf wenig Begeisterung stieß. Das Buch mit dem Titel "Letizia Ortiz - eine Republikanerin am Hof von Juan Carlos I.", handelt von angeblichen Drogeneskapaden, Affären, Depressionen und einer Abtreibung der ehemaligen Fernsehmoderatorin. Der spanische Königshof gilt als einer der konservativsten - dass Thronfolger Felipe eine Bürgerliche zur Frau nehmen konnte, gelang ihm nur unter Thronverzichtsdrohungen. Speziell König Juan Carlos stand der Brautwahl seines Sohnes reserviert gegenüber. Das Verhältnis zwischen Letizia und Königin Sofia aber gilt, seit der Geburt der Infantinnen als eng - es war auch Sofia, die die Zweifel des Hochadels über die Journalistin Letizia zerstreute: "Es ist gut, dass das Königshaus sich öffnet", so ein Kommentar der Königin in ihrer 2008 erschienenen Biografie Die Königin aus nächster Nähe. Der Königshausexperte Jaime Peñafiel nimmt Letizia aber aus der Schuld - König Juan Carlos und Kronprinz Felipe hätten schlichtweg die Ehe verhindern müssen, oder Kronprinz Felipe hätte sich einfach eine passendere Braut suchen sollen. Kronprinz Felipe war schon immer für seinen "unköniglichen" Geschmack bezüglich der Wahl seiner Freundinnen bekannt. Vor seiner Ehe mit Letizia war Felipe mit dem norwegischen Unterwäschemodel Eva Sannum liiert. Für die Ehe mit der bürgerlichen und geschiedene Letizia war er sogar bereit, auf die Thronfolge zu verzichten. Bislang verkraftete das spanische Volk die Enthüllungen ganz gut und auch die Prinzessin zeigte sich, nach anfänglicher Zurückhaltung, wieder vermehrt bei öffentlichen Anlässen.  Fakt ist, dass die Heirat zwischen der Bürgerlichen und dem Kronprinzen die Popularität des Königshauses über die Jahre enorm gesteigert hat. Letizia ist aber nicht die einzige Bürgerliche in einem Königshaus, die mit der Vergangenheit zu kämpfen hat. Mette-Marit etwa, die sympathische Kronprinzessin von Norwegen, verdiente ihr Studium als Kellnerin und brachte einen Sohn mit in die Ehe mit Prinz Haakon - was sie bei den Norwegern nur beliebter macht. Nur: Spanische Verhältnisse sind eben keine skandinavischen. Der schwerwiegendste Vorwurf im Buch gegen Letizia ist wohl die angebliche Abtreibung 1996 in Mexiko. Noch immer eine unverzeihliche Tat im katholischen Spanien. Letizia war in erster Ehe mit ihrem Ex-Lehrer verheiratet - Details ihrer Vergangenheit konnte sie bis heute unter Verschluss halten. Wie man - mit oder gegen - Medien  kämpft, weiß die ehemalige Journalistin und Nachrichtensprecherin nur zu gut. Letizia startete ihre Fernsehkarriere bereits als 11-Jährige - im Lokalradio ihres Geburtsortes Oviedo moderierte sie eine Kindersendung. Im August 2008 unterzog sich Letizia einer Nasen- und Kinn-OP - der offizielle Kommentar aus dem Königshaus lautete, dass der Eingriff aus gesundheitlichen Gründen notwendig gewesen sei.
(KURIER.at / lyk, nv) Erstellt am
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