Tony-Awards: Musical-Stars bei Bühnen-Oscars
Dieser Mann gehört einfach auf eine Bühne. Leider bevorzugt Neil Patrick Harris derzeit lieber das Fernsehen und begeistert seine Millionen Fans in der Sitcom "How I Met Your Mother".
Daher fiebert die Theater-Szene alljährlich den Tony-Awards entgegen – Neil moderierte und sang sich bereits zum dritten Mal durch die Nacht im New Yorker Bacon Theatre. Als bekennender Homosexueller (und Vater zweier Adoptivkinder) ließ die erste eindeutig zweideutige Wuchtel nicht lange auf sich warten. Er fragte in Richtung Publikum: "Who’s ready to go Fifty Shades of Gay?" Nein, damit waren nicht etwa anzügliche homophile Bettspielchen gemeint, sondern er nahm das Buch der Stunde – "Fifty Shades of Grey" auf die Schippe. Im Roman von Brit-Autor E. L. James geht es nämlich um eine masochistische Mann-Frau-Beziehung, aber in erster Linie um Sex.
Neil Patrick Harris surfte genüsslich weiter auf der schlüpfrigen Erfolgswelle. Beispielsweise seilte er sich als "Spiderman" ab und hatte damit das gleichnamige Broadway-Musical, bei dem anfangs so ziemlich alles schieflief, auf dem Kieker. "Tja, wenn das Geschirr von meinem Kollegen auch so straff sitzt, hat er zwei Stunden schneidende Schmerzen in seinen Weichteilen."
Die "Tonys", bei denen das Musical "Once" in gleich acht Kategorien der Abräumer war, hatten aber auch berührende Momente. Beispielsweise, als "Sexiest Man Alive" Hugh Jackman von seiner Frau Deborra einen Ehren-Tony überreicht bekam: "Meine Frau hat in ihrem ganzen Leben noch kein Geheimnis bewahren können. Nur diesmal – ,ich geh schnell aufs Klo", ja, gut, bis gleich. Und jetzt das!" Sie hasst übrigens öffentliche Auftritte.
Schönster Auftritt des Abends war der von Sheryl Crow. Sie zeigte sich zum ersten Mal seit bekannt wurde, dass sie an einem gutartigen Gehirntumor leidet.
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