Wenn Stars über ihren eigenen Film lästern

In Hollywood nicht gern gesehen: Schauspieler, die ihre eigenen Filme verreißen.

Dass Schauspieler schlecht über ihren eigenen Film reden, kommt höchst selten vor - und scheint ein echtes No-Go unter Filmschaffenden zu sein. Umso größer die Aufregung, wenn es dann doch einmal vorkommt. So wie bei Halle Berry: Für die Comic-Verfilmung "Catwoman" wurde Berry 2004 mit einer Goldenen Himbeere als schlechteste Schauspielerin ausgezeichnet. Als sie den Antipreis entgegen nahm, "dankte" sie Warner Bros. dafür, sie "für dieses Stück Scheiße, diesen entsetzlichen Film" engagagiert zu haben.
  Da hätte sich jemand wohl früher überlegen müssen, ob er beim dritten "Bourne"-Teil mitmacht: In einem Interview im Jahr 2011 bezeichnete Matt Damon das Drehbuch "The Bourne Ultimatum" von Autor Tony Gilroy als "unlesbar", "schlecht", "peinlich" und einen "Karriere-Killer".
  Nachdem "Greace" zum Hit wurde, erhoffte sich Michelle Pfeiffer mit ihrer Hauptrolle in "Greace 2" ebenfalls Furore zu machen. Als die Fortsetzung des Musicals floppte, distanzierte sie sich jedoch von ihrer Peformance und nannte den Film einen schlechten Traum, den sie vergessen wolle. Ben Affleck erinnert sich nur ungerne an seine Darstellung des blinden Superhelden "Daredevil". "Der einzige Film, den ich wirklich bereue, ist Daredevil", gestand er vor einigen Jahren dem Playboy. Katherine Heigl hatte 2008 keine allzu hohe Meinung von der Erfolgskomödie "Knocked Up": "Es ist schon ein sexistischer Film. Alle Frauen sind steife Humorbremsen, und alle Männer sind liebenswürdige, lustige Kerle... Ich hatte teilweise ein wirkliches Problem mit dem Film." Sogar über ihre eigene Rolle lästerte der ehemalige "Grey's Anatomy"-Star ab: "Ich spiele so eine Bitch. Warum muss sie so eine Spaßbremse sein?" Die Rolle des Vampirs Edward Cullen in "Twilight" verhalf Beau Robert Pattinson zum Durchbruch. Er selbst gab in einem Interview zu, kein Fan der Filmreihe zu sein und witzelte über seinen Charakter: "Er ist eine 108-jährige Jungfrau, es ist offensichtlich, dass er Probleme hat."
  Auch Mark Wahlberg war sich 2010 nicht zu schade, seinen eigenen Film zu kritisieren. Konkret ging es in einem Interview mit dem Collider-Magazin um "The Happening": "Es war ein wirklich schlechter Film. Sch... drauf ("F...k it").
  Geroge Clooney schämt sich für seine Darbietung des "Batman" im Comic-Flop "Batman & Robin". "Rückblickend betrachtet, ist es einfach zu sagen: 'Wow, das war wirklich scheiße und ich war wirklich schlecht'", erzählte er 2013. "Aber es war schwer, in dem Film gut zu sein."
  Auch über einen Streifen seines Kumpels Steven Soderbergh lästerte Clooney 2007: "'Ocean's 12' war nicht so gut wie der erste – und das war unsere eigene Schuld. Als wir anfingen den dritten Teil zu filmen, haben wir uns gesagt: 'Dieses Mal machen wir den Film, den wir eigentlich letztes Mal machen hätten sollen'." "Ich kann diesen Grad an Gewalt nicht mehr unterstützen", verlautbarte Jim Carrey via Twitter über seinen Film "Kick Ass 2", den er noch vor dem Amoklauf an der Sandy Hook Elementary School fertiggestellt habe. Noch bevor James Franco zum gefeierten Star wurde, gab er sich 2006 gar nicht glücklich über seinen Kriegsfilm "Annapolis" (Bild): "Am Ende mochte ich weder die Erfahrung, noch den Film." Auch zu "Your Highness" hatte er fünf Jahre später eine klare Meinung: "Dieser Film ist sch... ("This Movie sucks"). Da führt kein Weg dran vorbei." Das tragische Ereignis, bei dem 28 Menschen getötet wurden, hatte in den USA im Dezember 2012 zu Diskussionen rund um ein strengeres Waffengesetz geführt. Der Amoklauf brachte offenbar auch Carrey ins Grübeln. Mit der Kritik an seinem eigenen Film machte er darauf aufmerksam, dass sich Hollywood die Frage stellen sollte, wieviel Gewalt in Filmen verträglich ist. In "Kick Ass 2" schließen sich Jugendliche zu Superhelden-Banden zusammen um auf eigene Faust für Recht und Ordnung zu sorgen (im Bild: Chloë Grace Moretz als "Hit-Girl"). Autor und Produzent Mark Miller feuerte nach der Kritik an seiner Comic-Verfilmung in einem Blog zurück: Als Geschichtenerzähler sei es eben sein Job, die Leute zu unterhalten. Helge Schneider sorgte 2007 für Aufregung, als sich der Komödiant von Dani Levys Film "Mein Führer. Die wirklich wahrste Wahrheit über Adolf Hitler" distanzierte, noch bevor die Satire überhaupt in die Kinos kam. "Es geht nur noch darum, wie Hitler gesehen werden soll: Nämlich als Schwächling. Das ist mir zu profan", sagte Schneider damals zur Schweizer Zeitung Sonntagsblick. "Jetzt gefällt mir der Film nicht mehr, weil er nichts mehr aufreißt." Shia LaBeouf meinte zu "Indiana Jones und das Königreich des Kristallschädels" 2008: "Ich denke, das Publikum ist ziemlich intelligent. Es merkt, wenn du einen schlechten Film gemacht hast. Und wenn du das nicht zugibst, dann glauben dir die Menschen beim nächsten Mal, wenn du einen Film promoten willst bestimmt nicht mehr." "Wir (gemeint war Hauptdarsteller Harrison Ford, Anm.) haben das diskutiert. Er war auch nicht glücklich damit", sagte LaBeouf 2010 zur LA-Times. Eine schlechte Entscheidung: Es war die letzte Zusammenarbeit des 27-Jährigen mit dem Regie-Granden Steven Spielberg. Auch Brad Pitt zeigte sich schon einmal betrübt über einen seiner Filme. Über "Vertrauter Feind" fiel ihm 1997 nur dieses vernichtende Urteil ein: "Mit dem Dreh zu beginnen ohne dass vorher überhaupt das Drehbuch fertig gewesen wäre, war das Unverantwortlichste in Sachen Filmemachen, was jemals gesehen habe", sagte er damals zur New York Times. "The Sound of Music" war offenbar selbst  Christopher Plummer, der Captain Von Trapp spielte, zu kitschig. Er bezeichnete das Musical einmal als "Sound of Mucus" (deutsch: Schleim) und weigert sich außerdem vehement, an einer Reunion teilzunehmen.  
  "Jake Harper"-Darsteller Angus T. Jones schimpfte über "Two And A Half Men": "Hört auf, euch diesen Dreck reinzuziehen". Später folgte eine Entschuldigung. Trotzdem: Viele Fans reagieren sehr verschnupft, wenn sich Stars wie Angus T. Jones ihre Leistungen zunächst teuer abkaufen lassen, nur um anschließend über das Endprodukt zu schimpfen.
(KURIER / spi, kob) Erstellt am
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