Diese Rollen trieben Schauspieler (fast) in den Wahnsinn
Kate Winslet
Manche Schauspieler und Schauspielerinnen versetzen sich in ihre Rollen derartig hinein, dass sie sich dadurch fast selbst verlieren. Hier ein paar prominente Beispiele:
Wenn Stars durch Rollen fast wahnsinnig werden
Jennifer Lawrence: "Die My Love"
Jennifer Lawrence weiß, wie sich Kontrollverlust anfühlt - zumindest auf der Leinwand. Seit Jahren spielt sie Frauen am Rande des psychischen Zusammenbruchs. Das ist auch in "Die My Love" von Lynne Ramsay der Fall. An der Seite von Robert Pattinson verkörpert sie darin eine junge Mutter namens Grace, die mit ihrem Partner aufs Land zieht und langsam wahnsinnig wird. Womöglich leidet sie an einer postpartalen Depression - also einer depressiven Erkrankung, die nach der Geburt des eigenen Kindes auftritt. Vielleicht ist sie auch einfach wütend auf das Patriarchat.
Für Lawrence war die Rolle trotz ihrer Erfahrung eine neue Herausforderung. "Ich glaube, jede Schauspielerin würde sagen, dass das einfach eine Traumrolle ist", sagte die Oscar-Preisträgerin im Interview der dpa. Sie sei für den Film an einen "wilden, rauen, ungezähmten Ort" gereist.
"Von allen Filmen, die ich je gedreht habe, war dieser wirklich der prägendste", erzählte Lawrence dem Magazin Vulture. "Denn während der Dreharbeiten war alles so real für mich. Für Grace ist natürlich nichts davon ein Fiebertraum. Es ist alles Fakt. Ich kann mich gar nicht erinnern, diese Entscheidung bewusst getroffen zu haben – es einfach zu glauben und es real werden zu lassen. Es war einfach so. Ich war damals auch schwanger, und ich glaube, es gab bestimmte Realitäten, die ich einfach nicht sehen konnte. Mir wurde zum Beispiel gesagt, dass Suizid die häufigste Todesursache bei jungen Müttern ist."
Adrian Brody: "Der Pianist"
Für seine Oscar-Rolle in "Der Pianist" von Roman Polanski unterzog sich Adrien Brody einer extremen Crash-Diät. Die Erfahrung sei schmerzvoll gewesen. "Ich habe Verlust und Traurigkeit erlebt in meinem Leben. Aber ich kannte die Verzweiflung nicht, die durch Hunger erzeugt wird", erzählte er gegenüber dem Sender BBC.
Es habe Momente während der Dreharbeiten gegeben, in denen er dachte, er würde durchdrehen. Nach dem Film habe er eineinhalb Jahre gebraucht, um sich von den Auswirkungen dieser Erfahrung zu erholen.
Isabelle Adjani: "Posession"
Für ihre schauspielerische Leistung im Horror-Drama "Posession" (1981) vom polnischen Regisseur Andrzej Żuławski wurde Isabelle Adjani mit einem Cesar Award ausgezeichnet. Die psychischen und körperlichen Anstrengungen für die kontroverse Filmrolle hinterließen jedoch ihre Spuren.
Sie habe jahrelange eine Therapie gebraucht, um die verstörende Rolle der Anna zu verarbeiten, erzählte die Französin Jahre später einem Magazin und gab an, nie wieder eine derartige Rolle anzunehmen.
Bob Hoskins: "Roger Rabbit"
Als er 1988 "Roger Rabbit" drehte, verbrachte Bob Hoskins acht Monate damit, mehrere Stunden täglich mit Cartoonfiguren zu sprechen spielen, die nicht wirklich da waren.
Später behauptete er, er habe mit der Zeit angefangen zu halluzinieren, und Stimmen zu hören. Auch nach den Dreharbeiten habe er weiterhin Selbstgespräche geführt. Monatelang bildete er sich ein, Roger Rabbit zu sehen – bis ihm ein Psychiater schließlich riet, eine Pause von der Schauspielerei einzulegen.
Heath Ledger: "The Dark Knight"
Als der Ausnahme-Schauspieler Heath Ledger 2008 im Alter von nur 28 Jahren an den Folgen einer Lungenentzündung starb, die er mit Medikamenten und Schlaftabletten zu behandeln versuchte, deutete vieles darauf hin, dass seine Rolle als "Joker" in "The Dark Knight" ein Mitgrund für seine schlechte körperliche Verfassung gewesen war.
Ledger war von der Rolle besessen. Wochenlang schloss er sich in einem Hotelzimmer ein, um sich in den Charakter des "Joker" hineinzuversetzen. Verheerende Schlafprobleme waren die Folge. Ledger gab an, während des Drehs nachts oft nur zwei Stunden geschlafen zu haben. "Ich konnte nicht aufhören zu denken. Mein Körper war erschöpft, aber mein Gehirn hat weitergearbeitet", so Ledger.
Mandy Patinkin: "Criminal Minds"
Jahrelang gab Mandy Patinkin in der Serie "Criminal Minds" Special Agent Jason Gideon. Heute bezeichnet er die Rolle als "seinen größten Fehler". Der Job machte ihn nach eigenen Angaben beinahe wahnsinnig. Da in der Krimiserie die Psyche der Mörder so ausgiebig erforscht wird, sei die Arbeit sehr ungesund gewesen. "Es war für meine Psyche und meine Persönlichkeit sehr destruktiv", erzählte er dem New York Magazine. "Danach dachte ich, dass ich nie wieder im Fernsehen arbeiten werde."
Katey Sagal: "Sons of Anarchy"
Auch Katey Sagal verlangte ihre Rolle in der Serie "Sons of Anarchy" nach eigenen Angaben einiges ab. Um eine Frau zu spielen, die vergewaltigt wurde, hatte sie sich für einige brutale Szenen an "dunkle Orte" in ihrer Seele begeben.
Da der Dreh der Szenen Wochen dauerte, konnte sie sich aus der depressiven Gefühlslage kaum noch befreien.
Charlize Theron: "Tully"
Für ihre Filmrolle einer alleinerziehenden Mutter in "Tully" hat sich Oscarpreisträgerin Charlize Theron binnen kurzer Zeit 23 Kilogramm angegessen. "Ich wollte fühlen, was diese Frau fühlt und das war mein Weg, ihr näher zu kommen und mich in ihre Denkweise einzufühlen", erzählte sie gegenüber Entertainment Tonight.
Das hatte aber negative Auswirkungen auf ihr Gemüt. "Es war ein harter Schlag ins Gesicht. Ich habe Depressionen bekommen. Ich habe noch nie so viele industriell verarbeitete Lebensmittel gegessen und ich habe viel zu viel Zucker getrunken. Es war nicht besonders lustig, am Set zu sein", so Theron.
Ashton Kutcher: "Jobs"
Auch er übertrieb es: Für die Rolle des Apple-Gründers Steve Jobs unterzog sich Ashton Kutcher einer Diät, bei der er sich nur von Früchten ernährte.
Die einseitige Ernährung hatte erhebliche Nebenwirkungen: Nur zwei Tage vor Beginn der Dreharbeiten landete Kutcher im Spital. Diagnose: Vitaminmangel und Verminderung der Knochendichte.
Kate Winslet: "Der Vorleser"
Der Film "Der Vorleser", in dem Kate Winslet die KZ-Wärterin Hanna Schmitz spielt, brachte der gebürtigen Britin einen Oscar ein.
Doch die Rolle nahm sie psychisch extrem mit. Es sei ihre bisher schwierigste Filmrolle gewesen, nach Ende der Dreharbeiten brauchte sie eine Pause, so Winslet, die nach eigenen Angaben Monate brauchte, bis sie sich von der Rolle distanzieren konnte.
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