FILE PHOTO: Former U.S. Secretary of State Clinton speaks at a panel for the Hulu documentary "Hillary" during the Winter TCA (Television Critics Association) Press Tour in Pasadena

Hillary Clinton

© REUTERS / Mario Anzuoni

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01/28/2020

Mit Hillary Clinton hinter den Kulissen vom "Sundance Festival"

Die Frau, die gegen Trump verlor, mag auch Bernie Sanders nicht sehr. In Utah promotete sie nun eine Doku über ihr Leben.

von Elisabeth Sereda

Das legendäre Sundance Filmfestival ist berühmt für illustre Besucher, die mit Hollywood meist wenig zu tun haben. Al Gore war hier, Ruth Westheimer und Gloria Steinem. Am Wochenende brachte Hillary Clinton den ohnehin mühsamen Verkehr in Park City (Utah) zum Erliegen. Ganze vier Tage war sie hier, um eine vierstündige Doku-Serie über ihr Leben zu promoten. Die Ex-US-Außenministerin sah sich am Freitag Wettbewerbsfilme an, ehe sie am Samstag nach der Weltpremiere von „Hillary“ die geduldigen Besucher mit einem Kurzauftritt auf der Bühne besänftigte.

Clinton, die mit drei Millionen Stimmen mehr die Präsidentschaftswahl 2016 gegen Donald Trump gewonnen hätte, wäre da nicht das seltsame überholte Wahlmänner-System, sprach zwölf Minuten über die Probleme von Frauen in der Politik, Bernie Sanders und das Thema, das derzeit nicht nur die Amis täglich beschäftigt, die Amtsenthebungsklage gegen Trump: „Ich würde mir keine Wunder erwarten. Aber ich hoffe, es wird diese Regierung und die Justiz noch lange verfolgen.“


Aber auch an Bernie Sanders lässt sie in der Doku kein gutes Haar: „Keiner mag ihn, keiner will mit ihm arbeiten“, sagt sie da in die Kamera. Auf der Bühne kalmierte sie: „Jeder kann den unterstützen, den er will. Aber wenn es eine Nominierung für die Kandidatur gibt, dann vergesst bitte alle Meinungsverschiedenhei- ten und stellt euch geschlossen hinter den Kandidaten.“

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Die Aussage brachte Applaus, aber es war klar, wem Clintons eigene Sympathie gehört: „Wir sehen an Elizabeth Warren, was passiert, wenn Frauen den Mund aufmachen – die Online-Attacken sind besonders gemein. Jede Frau, die was zu sagen hat und das tut, ist damit konfrontiert.“

Regisseurin Nanette Burstein verriet ihren lang gehegten Traum für die Doku: „Die Emotion der Wahl 2016 hat mich verfolgt. Aber es war für mich die wesentlich größere Story, ihr ganzes Leben in der Linse der modernen Geschichte – von Parteipolitik bis Frauenbewegung – zu erfassen.“


Clinton gestand, dass sie trotz ihrer Zustimmung, Burstein unzensurierte und noch nie zuvor gewährte Einblicke in ihre Bio zu gewähren, ihre Probleme hatte: „Ich fühlte mich manchmal wie eine Figur aus dem 19. Jahrhundert, die in Ohnmacht fällt und mit Geruchsalz gelabt wird. Aber ich hatte versprochen, ihr 35 Stunden lang Fragen zu beantworten – und sie stellte sie alle.“ Sie verließ den Saal bei tobendem Applaus und fuhr zum Kimball Arts Center, wo ihr zu Ehren eine exklusive Cocktailparty mit weniger als 80 Geladenen stattfand.

Clinton posierte geduldig für Fotos und versuchte sich im Small Talk, eine Kunst, in der ihr Ehemann Bill Clinton überlegen ist. An sein Charisma kommt sie nicht heran. Es war spürbar, dass sich viele gewünscht hatten, er hätte sie begleitet: „Er hatte Besseres zu tun“, sagte sie, „er ist mit den Enkeln in Upstate New York – an sich ja unsere Lieblingsbeschäftigung am Wochenende.“

Hillary verließ nach eineinhalb Stunden die Party und flog heim, um ihr Leben als Oma zu genießen. „Hillary“, die Doku, wird ab Februar in den USA auf Hulu gestreamt.

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